USA 2006 Rundreise

USA 2006 Rundreise

2002 war ich wegen mangelnder Motorrad-Praxis nur mit dem Auto unterwegs. Das durfte nicht nochmal passieren. Daher habe ich nach vielen, vielen Jahren 2006 wieder mit dem Motorradfahren begonnen. Eigentlich wollte ich nur für die geplante Motorradtour in den USA ein wenig üben. Sicherheitshalber habe ich mir dann aber gleich einmal die Yamaha Virago 750 von meinem Freund Manfred gekauft. Nachdem ich mich mit dem Motorrad soweit vertraut gemacht habe, konnte die Rundreise beginnen. Glücklicherweise konnte ich beim Verleiher, der Firma Moturis in Las Vegas, bevor es auf die öffentliche Strasse geht, einige Proberunden auf dem Firmengelände drehen. Etwas schwerer war die Harley schon als meine zu Hause, aber trotzdem genauso schön zu fahren.

Tag 01 / Las Vegas – Bryce Canyon  418 km

Nachdem wir unsere Motorräder vom Verleiher abgeholt haben, ging es auf dem Highway 15 in Richtung Norden. Jedoch bereits nach ca. 70 Meilen wurde Stefan von einer jungen Amerikanerin bei der Highway-Ausfahrt abgeschossen. Glücklicherweise gab es „nur“ Blechschaden. Ein überaus freundlicher Highwaypatrol nahm sich der Sache an und nach kurzer Unterbrechung ging es auch schon wieder weiter zum Zion Nationalpark, den wir jedoch nur im südlichen Teil durchquerten. Der Zion Nationalpark hat eine Fläche von 579 km² und liegt zwischen 1128 m und 2660 m Höhe. Zion ist ein altes hebräisches Wort und bedeutet so viel wie Zufluchtsort oder Heiligtum, welches oft von den mormonischen Siedlern in Utah benutzt wurde. Unser Tagesziel war Bryce Canyon City, wo wir im nur 1,6 km von Nationalpark entfernten B.W. Ruby’s Inn zu Abend gegessen haben und auch übernachteten.

Tag 02 / Bryce Canyon – Torrey  302 km

Kreuz und quer durch den Bryce Canyon National Park! Es gab keinen Aussichtspunkt den wir ausgelassen haben. Aber das zahlt sich auch aus. 12 Aussichtspunkte verbindet die Park Road miteinander. Die bekannten Panoramen des Bryce Canyon bieten sich vom Sunrise, Sunset, Inspiration und Bryce Point. Trotzdem sind die anderen Aussichtspunkte nicht minder interessant. Die Hoodoos sind einfach atemberaubend. Der Bryce-Canyon-Nationalpark befindet sich in einer Höhe von 2400 bis 2700 Metern und wurde um 1850 von weißen Siedlern besiedelt. Der Nationalpark wurde 1924 zum National Monument und 1928 zum National Park erklärt. Der Bryce Canyon wurde nicht durch einen Fluss gebildet. Er ist damit kein Canyon im eigentlichen Sinne wie zum Beispiel der Grand Canyon. Wind, Wasser und Eis erodierten die Kante des Plateaus zu großen Amphitheatern mit bizarren Felsnadeln, so genannte Hoodoos. Diese Felsnadeln erreichen eine Höhe bis zu 60 Meter. Die so entstandenen Amphitheater erstrecken sich über eine Länge von über 30 km.

Dann gings weiter zum Kodachrome Basin State Park. Er lag auf der Strecke und so hat es sich auch ausgezahlt. Extra hinfahren würde ich nicht. Der Kodachrome Basin State Park ist ein kleiner und ruhiger State Park und liegt einige Kilometer südlich der Utah Route 12 und ca. 30–35 km südöstlich des Bryce Canyon National Park. Eine Besonderheit im Parkgebiet ist das Vorkommen zahlreicher spitzer Felsnadeln und Felskamine, deren Herkunft durch die Ablagerung und Sedimentation in ehemaligen Geysiren erklärt wird, die dann als härteres Gestein stehenblieben, als spätere Verwitterungsprozesse den ursprünglichen Boden um sie herum weg erodiert hatten.

In Torrey angekommen, haben wir dann im Wonderland Inn übernachtet. Torrey liegt an der State Route 24 etwa 13 km vom Capitol Reef Nationalpark entfernt, den wir dann am nächsten Tag durchqueren wollten.

Tag 03 / Torrey – Cortez  338 km

Als erstes durchquerten wir den Capitol Reef Nationalpark von West nach Ost. Der Nationalpark wurde am 18. Dezember 1971 eingerichtet, nachdem er bereits am 2. August 1937 zum National Monument ernannt worden war. Der Name stammt von einem Gebiet in der Nähe des Fremont River, das die ersten Pioniere an ein Riff erinnerte. Kernstück des Nationalparks ist die Waterpocket Fold, eine über 150 km lange geologische Formation, die sich in Nord-Süd-Richtung erstreckt. Die ursprünglich horizontalen Bodenschichten, die aus Sedimenten entstanden, wurden bei der Anhebung des Colorado-Plateaus leicht geneigt und gebogen. Durch Erosion entstand dann die heutige „Falte“.

Später ging es dann auf der Hite Crossing Bridge über den Colorado River bzw. über den Lake Powell, einem Stausee im Grenzgebiet von Utah und Arizona. Mit der Fertigstellung des Glen-Canyon-Staudamms wurde der Glen Canyon ab dem 13. März 1963 vom Colorado überflutet. Es dauerte 17 Jahre, bis zum 22. Juni 1980, den Stausee komplett zu füllen. Heute ist der See nach dem Lake Mead der zweitgrößte Stausee der Vereinigten Staaten. Alljährlich nutzen über drei Millionen Besucher das sonnige, trockene Klima um den Lake Powell.

Danach machten wir noch einen kleinen Umweg, um das Natural Bridges National Monument zu besuchen. Insgesamt gibt es hier 3 natürliche Steinbrücken – Sipapu, Kachina und Owachomo – die im Laufe von Millionen Jahren von plötzlich auftretenden Springfluten im ansonsten relativ trockenen Bachbett herausgearbeitet wurden. Die Sipapu Bridge ist 67 m hoch, und überspannt 81,5 m mit einem 16 m dicken Bogen. Die Stärke des Bogens der Owachomo Bridge misst nur noch 2,7 m, ihre Höhe beträgt 32 m, die Spannweite fast 55 m.

Die restlichen 195 km der Tagesetappe führte über Blanding, einem kleinen Dorf im San Juan County, und Monticello, obwohl Sitz der Countyverwaltung einem noch kleineren Dorf, nach Cortez.

Tag 04 / Cortez – Mexican Hat  307 km

Gleich früh am Morgen fuhren wir zum Mesa Verde National Park (span. für Grüner Tafelberg) und besichtigten die erst Ende des 19. Jahrhunderts vollständig erforschten, gut erhaltenen Felsbehausungen vorkolumbischer Anasazi-Stämme. Die Anasazi oder „Alten“ bewohnten diese Gegend von 500 bis 1300 nach Christus. Sie besetzten zuerst die Gipfel der Mesas, welche etwas natürlichen Schutz vor ihren Gegnern brachten. So wie ihre Kultur sich entwickelte, lernten sie gut befestigte Gemeinschaftswohnungen in die geschützten Höhlen der Felskliffen zu bauen. Nach einer langen Blütezeit verließen die Anasazis plötzlich ihre Siedlungen in Mesa Verde und über die Gründe für diesen plötzlichen Exitus wird auch heute noch spekuliert.

Dann ging es zu den 4 Corners. Hier treffen vier US-Bundesstaaten (Utah, Colorado, New Mexico und Arizona) in einem Punkt aufeinander. Dies ist das einzige Bundesstaaten-Vierländereck der Vereinigten Staaten. Es befindet sich im Navajo-Indianerreservat auf dem Colorado-Plateau und ist mit einem Denkmal – dem Four Corners Monument – gekennzeichnet. Trotz seiner abgelegenen Lage hat der Punkt sich zu einem Touristenzentrum entwickelt, das vom Navajo Parks and Recreation Department betrieben wird. Für den Zutritt zur Plattform wird ein Eintrittsgeld von drei Dollar erhoben. Um das Monument herum verkaufen Navajo- und Ute-Künstler Souvenirs und Snacks.

In Mexican Hat eingetroffen, haben wir im Mexican Hat Lodge Motel eingecheckt und sofort im moteleigenen Swingin‘ Steak Restaurant ein herrliches Steak verzehrt. Hier haben wir schon 2002 übernachtet und gegessen. Und die Qualität ist gleich gut. Der Ort grenzt direkt an das Monument Valley. Die Region besteht aus wüstenähnlichem Gelände, welches von Canyonlandschaften unterbrochen wird. Östlich des Ortes befindet sich eine Felsformation, die wie ein mexikanischer Sombrero aussieht und damit dem Ort den Namen gab.

Tag 05 / Mexican Hat – Grey Mountain  489 km

Nach dem Frühstück fuhren wir zum nicht weit entfernten Goosenecks State Park. Zu unserer Überraschung kann man den Park kostenlos besichtigen. Der Ausdruck Park ist vielleicht ein wenig übertrieben. Es gibt kein Visitor Center, dafür aber ein paar Parkbänke. Vom Aussichtspunkt, welcher sich in ca. 1.500 m Höhe befindet, kann man einen Blick auf den San Juan River werfen, welcher sich im Verlauf von Millionen Jahren inzwischen gut 300 m tief gegraben hat. Der Fluss windet sich auf einer Länge von 8 km vor und zurück und legt dabei gerade einmal eine Luftlinie von 1,6 km zurück. Aus der Vogelperspektive sehen die Gebilde, die der San Juan River geschaffen hat, wie Gänsehälse aus, deshalb der Name Goosenecks.

Als nächstes war ein längerer Aufenthalt in Monument Valley geplant. Auf dem ersten Foto sieht man die Cowboys von heute. John Wayne war gestern. Das Monument Valley ist eine Ebene auf dem Colorado Plateau, liegt innerhalb der Navajo-Nation-Reservation und wird von den Diné (Navajo) verwaltet. Es ist bekannt für seine Tafelberge und diente bereits vielfach als Kulisse für Dreharbeiten. U.a. hat der Regisseur Sergio Leone das Monument Valley für sein Western-Epos Spiel mir das Lied vom Tod genutzt.

Nach weiteren 211 km trafen wir in Grey Mountain ein. Nachdem wir die Zimmer im Anasazi Inn bezogen haben, fuhren wir noch zum Sonnenuntergang in den Grand Canyon. Eine spanische Expedition auf der Suche nach den Goldenen Städten von Cíbola war 1552 komplett gescheitert – und der Grand Canyon entdeckt. Konquistador García López de Cárdenas erblickte ihn als erster Weißer: „Plötzlich hörte die Erde unter meinen Füßen auf. Ich blickte hinab und sah einen Abgrund, so tief und gewaltig, dass mir die Worte fehlen“

Tag 06 / Grey Mountain – Flagstaff  388 km

Von Grey Mountain ging es nochmals durch den Grand Canyon National Park. Der Grand Canyon ist eine steile, etwa 450 Kilometer lange, zwischen 6 und 30 km breite und bis zu 1800 m tief Schlucht, die während Jahrmillionen vom Colorado River ins Gestein des Colorado-Plateaus gegraben wurde. Der Canyon zählt zu den großen Naturwundern auf der Erde und wird jedes Jahr von rund fünf Millionen Menschen besucht.

Unser nächstes Ziel war Flagstaff. Flagstaff liegt auf ca. 2.100 m Höhe, ist ein beliebter Wintersportort und wird oft als das Tor zum Grand Canyon bezeichnet. Übernachtet haben wir wie schon 2002 im The Historic Hotel Monte Vista. Immer wieder nett.

Von Flagstaff aus machten wir noch einen kleinen Ausflug zum Meteor Crater, auch Barringer-Crater genannt. Er ist ein Einschlagskrater eines Meteoriten und hat einen Durchmesser von etwa 1200 m, eine Tiefe von 180 m und wird von einen Wall umgeben, der durch den Auswurf des Einschlags entstanden ist und sich etwa 30 bis 60 m über das umliegende Plateau erhebt. Dieser Meteoritenkrater ist der am besten erhaltene auf der ganzen Welt. Im angeschlossenen Museum sahen wir uns einen kurzen Informationsfilm über die Entstehung an und machten anschließend noch einen Rundgang.

Tag 07 / Sedona Biplane  334 km

Wir haben uns in Sedona einen Flug mit einem Biplane (Doppeldecker) gegönnt. Ein einmaliges Vergnügen!

Die Rückreise nach Flagstaff führte u.a. über Jerome, einer ehemaligen Bergbaustadt mit jetzt 343 Einwohnern. Jerome wurde nach Eugene Murray Jerome benannt, einem New Yorker Investor, der die Rechte an den Minen besaß und alles finanzierte. Ende der 1920er Jahre lag die Bevölkerung von Jerome bei 15.000 Einwohnern. In ihrer Blütezeit besaß Jerome über 12 Bordelle und fast 100 Saloons.

Übrigens war die Fahrt durch die Berge rund um Jerome wirklich etwas für Motorräder. Für amerikanische Verhältnisse kann man sogar von sehr kurvig sprechen. Dann ging es weiter durch unendliche Weiten. Das kam daher, dass wir uns trotz Navi verirrt haben. Aber dadurch kennen wir jetzt bis dahin unentdeckte Siedlungen. Kurz vor Flagstaff sind wir einem riesigen Gewitter immer näher gerückt. Einmal links von uns, einmal direkt vor uns, einmal rechts vor uns. Aber! Es hat uns nicht erwischt.

Tag 08 / Flagstaff – Bullhead City  383 km

Route 66! Mother Road! America’s Mainstreet! Egal wie man sie nennt – mit dem Motorrad ist sie auf jeden Fall ein Erlebnis! Sie galt ab 1926 als eine der ersten durchgehenden Straßenverbindungen von der Ostküste zur Westküste. Sie war einst 3.939 km lang und führte von Chicago nach Los Angeles. Typische Fahrzeuge der alten Route 66 waren die Harley-Davidson und die Corvette, sogar eine Benzinmarke ist nach der Straße benannt („Phillips 66“). Die Harley bin ich selbst gefahren und die Corvette habe ich in Hackberry General Store gesehen. Orte wie Seligman – Der Ort nennt sich selbst „Geburtsstätte der historischen Route 66“ – und Hackberry gehören unbedingt besucht. Hier spürt man trotz Kitsch noch immer das Flair der einst wichtigsten Verbindungsstrasse Amerikas.

Weiter auf der Route 66 fuhren wir durch die Mojave- (Mohave-) Wüste nach Oatman. Über den 3350 Fuß hohen Sitgreaves Pass gab es jede Menge Kurvenspass. Aber leider auf einer relativ schlechten Piste. Eigentlich sollte man „auf einer sehr schlechten Piste“ sagen. Der Vorteil dieser Straße bzw. Gegend war, dass wir, abgesehen von den heimischen Tieren, scheinbar die einzigen Lebewesen waren. Auf jeden Fall war es wert diese Straße zu befahren. Kaum zu glauben, dass das einmal eine der wichtigsten Ost-West-Verbindungen war.

Oatman ist eine ehemalige Goldgräberstadt in den Black Mountains. Die kleinen Läden und Restaurants sind niedlich und auf den Strassen leben die Esel (Burros), die wohl Oatman’s Markenzeichen sind. Die Burros stammen von Lasteseln ab, die von ihren Besitzern einst freigelassen wurden, nachdem sie nicht mehr gebraucht wurden. Leider konnte Werner dieses kleine Örtchen nicht mit Ruhe besichtigen. Abgesehen davon, dass er sie schon aus früheren Motorradtouren kannte, suchte er verzweifelt seinen Pass und Führerschein.

In Bullhead City am Colorado River angekommen, fanden sich Werner’s Papiere auch wieder ein und so konnten wir beruhigt unser Nachtquartier beziehen.

Tag 09 / Bullhead City – Death Valley  499 km

Vorbei am Hoover Dam – er staut den Colorado River zum Lake Mead auf – und durch Las Vegas in die Hitzehölle von Death Valley. Das Projekt begann mit der Bezeichnung „Boulder Dam“-Projekt, die noch in der offiziellen Anweisung zum Start des Baus vom 7. Juli 1930 durch Ray Lyman Wilbur, den Innenminister Hoovers, verwendet wurde. Zu Beginn der offiziellen Bauphase sorgte Wilbur jedoch dafür, dass das Projekt in „Hoover Dam“ umbenannt wurde. Herbert C. Hoover stellte sich zu diesem Zeitpunkt zur Wiederwahl als Präsident; die Verbindung dieses Bauprojekts, das während der Weltwirtschaftskrise viele Tausende von Arbeitsplätzen schuf, mit dem Namen Hoovers sollte helfen, seine Chancen auf die Wiederwahl zu erhöhen. Hoover gewann die Wahl jedoch nicht und am 8. Mai 1933 sorgte Harold L. Ickes, der Innenminister des neuen Präsidenten Franklin D. Roosevelt, dafür, dass das Projekt wieder den Namen „Boulder Dam“ trug. Erst unter Präsident Harry S. Truman wurde dieser Schritt wieder rückgängig gemacht. Am 30. April 1947 veranlasste Truman, dass die Staumauer wieder den Namen des Präsidenten trug, unter dessen Amtszeit das Bauprojekt gestartet wurde.

Death Valley: 43 Grad im Schatten und Lederbekleidung macht Motorradfahren nicht unbedingt zum Vergnügen. Das Schlimmste daran ist nicht das Fahren sondern das Stehenbleiben. Um Badwater, dem tiefsten Punkt Nordamerikas mit einer Höhe von 86 m unter dem Meeresspiegel, zu besichtigen ist es leider erforderlich. Und dann hatte ich noch das Vergnügen hinter einem Motorhome dahinschleichen zu müssen. Überholen ging leider nicht, denn hinter mir fuhr der Sheriff. Aber ich wusste ja, in unserem angepeilten Motel in Stovepipe Wells gibt es einen „gekühlten“ Swimmingpool.

Tag 10 / Death Valley – Las Vegas  507 km

Noch schnell die Sanddünen fotografieren, Zabriskie Point besichtigen und dann raus aus dem Glutofen „Death Valley“. Die 4 km² großen Mesquite Sand Dunes liegen im nördlichen Teil des Tales und wurden schon oft als Wüstenkulisse in Filmen, unter anderm in Star Wars, verwendet. Die größte Düne, die Star Dune, ist recht stabil, da der Wind den Sand vorzugsweise an genau dieser Stelle ablagert. Der Sand ist hier rund 50 Meter hoch. Damit sich eine solche Düne bilden und auch erhalten kann benötigt es zwei Dinge: einerseits einen kontinuierlichen Wind, der den benötigten Sand permanent zur Düne herantransportiert und andererseits einen windgeschützten Bereich, an dem sich der Sand dann sammeln und ablagern kann.

Zabriskie Point ist ist ein Gebiet, das für seine bizarren Erosionslandschaften bekannt ist. Es wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach Christian Brevoort Zabriskie aus Wyoming benannt. Die Gesteinsformationen sind die Sedimente des ehemaligen Lake Zabriskie, der vor neun Millionen Jahren ausgetrocknet ist. Durch die hohen Temperaturen, den Wind und ein nahe gelegenes Flussbett, das bei Gewittern im Sommer zu einem reißenden Wasserlauf anschwillt, sind die Formationen starker Erosion ausgesetzt. Jetzt aber nur raus aus der Gluthölle!!!

Bei der Besichtigung von Scotty’s Castle haben wir eine sehr interessante Geschichte über das Schloss und dessen „Besitzer“ gehört. Wenn man die karge Wüstenlandschaft der Umgebung betrachtet, so rechnet man nicht damit, hier ein märchenhaftes Schloss zu entdecken. Scotty’s Castle ließ der Millionär Albert Johnson erbauen. Den Namen trägt das Castle von Walter Scott. Auch wenn er nur das Castle verwaltete erzählte er gerne, es gehöre ihm. 1872 geboren, führte er ein spannendes Leben: Einige Zeit half er seinem Bruder auf einer Ranch in Nevada, später schloss er sich jedoch Buffalo Bills Wild West Show an. Er überzeugte mehrere reiche Businessleute, Geld in seine (imaginäre) Goldmine im Death Valley zu investieren.

Keine 50 km vor Las Vegas haben wir noch einen kleinen Abstecher zum Mount Charleston gemacht. Er ist der dritthöchste Berg von Nevada, 3633 Meter hoch und ist ein ganzjähriges Ausflugsziel für die Bewohner und Besucher von Las Vegas. Es gibt eine Reihe von Wanderwegen und ein bescheidenes Skigebiet. Unglaublich! Und das so nahe bei Las Vegas, das ja bekanntlich in der Wüste liegt. Dort oben ist es nicht nur einige Grad kühler, sondern es gibt auch Kurven. Auch diese sind zum Motorrad fahren unerlässlich, will man sich seine Reifen doch nicht auf dem Highway eckig fahren.

Im Hotel Imperial Palace angekommen, legte ich die Harley noch kurz um. Man sollte vor dem Wegfahren die Lenksperre doch aufheben, auch wenn sie bei der Harley ungünstig angebracht ist. Tja! Dank eines äusserst hilfsbereiten Afro-Amerikaners, er half mir die 360 kg schwere Harley wieder aufzustellen, konnte ich dann doch noch die Fahrt in die Hotelgarage antreten. Das Hotel Imperial Palace ist schon ein älteres Hotel und daher auch ein wenig abgewohnt. Wir haben auch gehört, dass das Hotel Ende 2006 abgerissen werden soll. Man konnte es noch bis 2012 buchen! Jetzt wurde es vollständig erneuert und heißt The LINQ Hotel & Casino.

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