TOSKANA (09/2009, 05/2011, 05/2014)

TOSKANA (09/2009, 05/2011, 05/2014)

Toskana – mehr als nur Florenz, Pisa und Siena . . .

Insgesamt waren wir dreimal in der Toskana.

  • 2009 mit den Motorrädern
  • 2011 mit dem Auto und den Motorrädern (Huckepack auf dem Hänger)
  • 2014 mit dem Auto

Wie man an der nebenstehenden Karte erkennen kann, gliedert sich die Toskana in 10 Provinzen. Mit diesen drei Urlauben haben wir mit Ausnahme der Provinz Massa-Carrara alle besucht – oder wenigstens Teile davon. Dafür sind wir aber auch mehrmals in Toskana angrenzende Regionen vorgedrungen. Die letzte noch unbesucht gebliebene Provinz haben wir in einem späteren Urlaub dann auch noch gesehen. Doch dazu mehr in einem eigenen Reisebericht über die Dörfer der Cinque Terre.

AREZZO • BAGNO VIGNONI • BOLGHERI • BUONCONVENTO • CAPODIMONTE • CASTIGLIONE DEL LAGO • CERRETO GUIDI • CERTALDO • CHIANCIANO TERME • CORTONA • CRETE • FLORENZ • FONTERUTOLI • GREVE IN CHIANTI • GROSSETO • LA VERNA • LARCIANO CASTELLO • LUCCA • LUCIGNANO • MAREMMA • MASSA MARITTIMA • MONTALCINO • MONTE SENÁRIO • MONTEPULCIANO • MONTERIGGIONI • NIPOZZANO • ORBETELLO • PIANCASTAGNAIO • PIENZA • PIEVE DI SAN PIETRO A ROMENA • PISA • PISTÓIA • PITIGLIANO • POPULONIA • PORTO ERCOLE • PORTO SANTO STEFANO • PRATO • PRATOLINO • PUNTA ALA • SAN GIMIGNANO • SAN PIERO A SIEVE • SAN QUIRICO D’ORCIA • SATURNIA • SCARPERIA E SAN PIERO • SIENA • SORANO • TALAMONE • VINCI

2009 . . . mit den Motorrädern

Im Herbst haben wir erstmals die Toskana bzw. Teile davon besucht. Und weil es dort unendlich viele Kurven gibt machten wir die Reise mit unseren Motorrädern. Es wurden dann auch 1500 km auf sehr kurvigen Straßen – auch wenn der Straßenzustand nicht immer hervorragend war. Mit dem Autoreisezug ging es nächtens nach Florenz und von dort auf den Motorrädern quer durchs Chiantigebiet zur Villa Spoiano – unserem Urlaubshauptsitz. Die Villa liegt nahe dem Örtchen Tavarnelle Val di Pesa auf einem grünen Hügel, umgeben von Olivenhainen und Weinbergen. Auf diesen Weinbergen gedeihen die für die Herstellung der hauseigenen Weine notwendigen Weinstöcke. Von unserer Terrasse aus hatten wir nicht nur den Blick auf die Nachbarortschaft Barberino Val d’Elsa sondern auch auf San Gimignano mit seinen berühmten Geschlechtertürmen.

2011 . . . mit dem Auto und den Motorrädern (Huckepack auf dem Hänger)

Ja, es war wieder soweit. Zum Unterschied zu 2009 fuhren wir diesmal im Mai. Daher kennen wir jetzt die Toskana mit Herbst- und Frühlingsstimmung. Im September 2009 haben wir die schon abgeernteten, braunen Felder gesehen und im Mai 2011 die frischen und grünen. Außerdem fuhren wir mit dem Auto. Die Motorräder nahmen wir auf dem Anhänger mit. Damit waren wir flexibler was das Wetter anbelangt. Die erste Woche verbrachten wir in der Gegend von Montepulciano, und zwar im Montepulciano Country Resort. Das Resort setzt sich aus den Ferienhäusern „Borgo della More“, „Poggio Olivo“ und den Zimmern in „Molina ai Mori“ zusammen. Wir haben das Ferienhaus „Borgo della More“ gewählt und waren auch sehr zufrieden. Ganz in der Nähe liegt das kleine Dörfchen Acquaviva, indem sich eine Pizzeria und ein Supermarkt befindet. Die Anlage selbst ist ein von Weinbergen umgebener antiker Gutshof.

Nachdem wir eine Woche lang die Gegend unsicher gemacht haben, war es an der Zeit den Ort zu wechseln. Die Motorräder auf den Hänger, das Gepäck in den Kofferraum und ab gings an die Westküste der Toskana. Das Ziel war das Country Resort Guadalupe im kleinen Ort Braccagni. Die Anlage befindet sich in der Maremma, nur ca. 13 km von Grosseto entfernt. Auch zur Mittelmeerküste ist es von hier aus nicht weit. Der umgebaute, alte Bauernhof verfügt über 16 Residenzen. In unserem Appartment hatten wir ein Wohnzimmer mit integrierter Einbauküche, ein Badezimmer und zwei Schlafräume. Natürlich gab es in der Anlage auch einen Pool.

In den 14 Tagen unseres Toskana-Aufenthaltes sind wir knapp 1700 km mit den Motorrädern gefahren. Am zweiten Tag hat mein Navigationssystem den Geist aufgegeben. Daher fuhren wir einige Kilometer mehr als geplant. Erstens war ich vom Navi verwöhnt und musste erst wieder das Navigieren nach Karte und Wegweiser lernen, zweitens nehmen es die Italiener nicht unbedingt sehr genau mit den Beschilderungen. Das Wetter war mit der kleinen Einschränkung eines halben Regentages einfach ideal. In der zweiten Woche war es dann schon fast zu schön. 32 Grad waren keine Seltenheit. Daher haben wir die letzten beiden Tage nur mehr in der Anlage beim Pool verbracht.

2014 . . . mit dem Auto

Diesmal waren wir nur mit dem Auto unterwegs. Macht nicht ganz soviel Spaß, dafür ist es aber zu Teil auch komfortabler. Als Ausgangspunkt für die verschiedenen Ausflüge und Besichtigungen war in Rignano sull‘ Arno das Landgut Fattoria di Castiglionchio. Der Vorteil war unbestritten die Nähe zu Florenz. Eingebettet zwischen Olivenhainen und Weinbergen befindet sich das Gut Castiglionchio nur 15 km von der Stadt Florenz entfernt. Die Fattoria Castiglionchio ist ursprünglich eine antike Festung aus dem 12. Jahrhundert, reich an Geschichte und berühmten Vorfahren. Über Generationen war es im Besitz des Adelsgeschlechts der Ricasoli Zanchini, die früher den Namenszusatz “da Castiglionchio” trugen.

So nun aber zu den wirklich wichtigen Sachen. Nachstehend die in den drei Jahren von uns besuchten Städte, Orte, Dörfer und Gegenden in alphabetischer Reihenfolge:

Arezzo

Sie ist Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und viertgrößte Stadt der Toskana (nach Florenz, Livorno und Prato). Mit seinen Kaufherrenpalästen, Patriziernhäusern und Sakralbauten ist Arezzo ein Juwel mittelalterlicher Architektur und Kultur. Wir haben sie erstmals 2009 besucht. Weil sie uns so gut gefallen hat sind wir 2014 zurückgekehrt. Die Franziskanerkirche Chiesa di San Francesco mit den berühmten Renaussancefresken liegt an der gleichnamigen Piazza. Piero della Francesca hat hier mit der „Kreuzlegende“ die Geschichte des Kreuzes Christi verewigt. Die Pfarrkirche Santa Maria della Pieve ist die Älteste und nach San Francesco die zweitbedeutendste Kirche der Stadt. Ihr Campanile wird vom Volksmund „Turm der 100 Löcher“ genannt. Der Palazzo delle Logge, auch Loggia del Vasari genannt, säumt den Piazza Grande, den Hauptplatz der Stadt. Er wurde von dem berühmten italienischer Architekten Giorgio Vasari entworfen und nach seinen Plänen Ende des 16.Jahrhundert fertig gestellt. Den Hauptplatz Piazza Grande der Stadt umgeben restaurierte Patrizierhäuser, zwei repräsentive Palazzi und die Apsis der Santa Maria della Pieve. Der Dom Cattedrale di S Donato liegt am höchsten Punkt der Altstadt. Seine herrlich strahlenden Glasfenster schuf der Franzose Guillaume de Pierre de Marcillat in den Jahren  1518 bis 1524.

Bagno Vignoni

Bagno Vignoni liegt inmitten der Landschaft Val d’Orcia (UNESCO Weltkulturerbe) südlich von Siena. Ein winziger Thermalort mit großer Badetradition an der bedeutenden Pilgerstraße „Via Francigena“. Schon die Etrusker und später die Römer kannten die heilende Wirkung des 51°C warmen Thermalwassers. Auch der Medicifürst „Lorenzo der Prächtige“, die heilige Katharina und Papst Pius II besuchten das berühmte Bad. Sehr interessant fanden wir auch den Mühlenpark an der Panoramaterrasse, Parco dei Mulini, der von den Wassern der Therme gespeist wird.

Bolgheri

Genau 4,8 km lang ist die hohe, schnurgerade Zypressenallee Viale dei Cipressi bis zum kleinen Burgdorf Bolgheri. Rechts und links säumen Olivenhaine die prächtige Allee. Wir mussten sie natürlich auch mit den Motorrädern befahren. Sie ist zwar nicht gerade etwas für kurvenliebende Motorradfahrer, aber sie hat schon was majestätisches. Der Ort selbst liegt im Mitten der Etrusker Küste, die sich von Livorno bis zum Vorgebirge von Piombino ausdehnt und auch wegen seinem Wein bekannt ist, der aus den Trauben der umliegenden Weinbergen hergestellt wird.

Buonconvento

Das Festungsstädtchen wurde als Bollwerk in 147 m Höhe errichtet und ist bis heute noch vollständig ummauert. Die Altstadt stammt weitgehend aus dem 14. Jahrhundert und ist gut erhalten. Der Ort liegt am Pilgerweg Via Francigena und an der historischen Römerstraße Via Cassia. Es war wirklich nett, im nur Fußgängern vorbehaltenen historischen Zentrum zu flanieren. Es gibt zwar keine besonders aufregende Geschäfte, dafür ein paar nette, bescheidene Bars und Cafes. Rundum hübsch, diese Kleinstadt.

Capodimonte

Und wieder waren wir der Toskana untreu und besuchten einen Ort außerhalb. Und zwar den Ort Capodimonte in der Proninz Latio am Bolsenasee. Das mittelalterliche Ortszentrum liegt auf einer Landzunge 150 m über dem Wasserspiegel des ehemaligen Vulkansees. Der Ortskern wurde um die achteckige Festung Rocca Farnese, den Borghese-Palast und die Kollegiatskirche gebaut. Im Sommer ist Capodimonte mit seiner zwei Kilometer langen Promenade entlang des schwarzen, vulkanischen Sandstrands ein beliebtes Naherholungsziel für Römer.

Castiglione del Lago

Die Gemeinde Castiglione del Lago liegt am Westufer des Lago Trasimeno und damit in der Provinz Perugia und nicht in der Toskana. Aber weil wir schon einmal in der Nähe waren, haben wir auch gleich den Ort besichtigt und den See umrundet. Mit der gut erhaltenen Stadtmauer und der Burg Rocca del Leone (Löwenschloss) präsentiert sich die Stadt ganz mittelalterlich. Hier konnten wir die mittelalterliche Mauer des Palazzo Ducale bewundern und durch einen Laufgraben innerhalb der Stadtmauer die Rocca del Leone besichtigen. Von hier hatten wir einen herrlichen Ausblick auf den Trasimener See und auf die darin befindlichen Inseln wie etwa die Isola Maggiore.

Cerreto Guidi

Die wichtigste Sehenswürdigkeit von Cerreto Guidi ist wohl die Villa Medici am höchsten Punkt des Ortszentrums. Eine Burg der Grafen Guidi in strategisch günstiger Hügellage war der Vorläufer der Villa. Cosimo de‘ Medici ließ über den Ruinen einer Festung diese Villa erbauen, von deren imposanter Treppe viele Besucher ins Staunen geraten. So auch wir. Diese Treppe verbindet die Medici-Villa mit den weiter unten liegenden Villen und wird auch Ponte de‘ Medici genannt. Seit 2002 beherbergt die Villa ein Jagdmuseum, das Museo storico della caccia e del territorio.

Certaldo

Nur wenige Kilometer südwestlich von Florenz liegt der Ort Certaldo, malerisch eingebettet in sanfte Weinhügel und Reben. Das Stadtgebiet wird von der Elsa durchquert. Das historische Zentrum der Stadt, die Oberstadt liegt auf einem Hügel, die Unterstadt unten am Fluss entstand ab dem 18. Jahrhundert. Die Gassen und historischen Gebäude sind in einem sehr guten Zustand. Vor allem ist der Ort jedoch bekannt als Geburtsort und Sterbeort des Schriftstellers Giovanni Boccaccio, der hier auch beerdigt wurde. In der Casa del Boccaccio soll er als armer Mann gestorben sein. Hier befindet sich heute ein Museum.

Chianciano Terme

Der Kurort Chianciano Terme in der Süd-Toskana kann auf eine ungewöhnlich lange Geschichte zurückblicken. Schon die Etrusker errichteten im 5. Jahrhundert vor Christus bei der Silene Quelle einen Tempel zu Ehren des Gottes der Gesundheit. Später nutzten auch die Römer die heilende Wirkung der Wasser von Chianciano Terme. Das heutige Chianciano Terme teilt sich in zwei Ortschaften auf: Die Altstadt von Chianciano Terme liegt malerisch auf einem Hügel, hoch über dem modernen Kurort. Rund um das alte Kloster von Castello Manetti drängen sich hier die mittelalterlichen Häuser und teilweise sehr engen Gassen zusammen auf dem Berg.

Cortona

Schon von weitem ist Cortona zu sehen, liegt es doch auf 500-650 m Höhe am Hang des Monte Sant’Egidio. Starke Höhenunterschiede kennzeichnen die Topographie der Stadt (die Piazza Garibaldi 500 m, die Festung liegt 651 m ü.d.M.). Das Auto, in unserem Fall die Motorräder, muss man unten vor dem Stadttor stehen lassen. Dafür ist der Aufstieg nicht so beschwerlich wie es zu vermuten war. Brachten uns doch einige Rolltreppen in die Höhe. Aber zur Chiesa Santa Margherita und dem Kloster Santuario di Santa Margherita auf der höchsten Stelle sind wir schon gewandert. Dafür hat uns der Ausblick ins Tal Val di Chiana bis hin zum Lago Trasimeno für alle Strapazen entschädigt.

Crete

Die karge Hügellandschaft gehört zur Toskana wie ihre berühmten Weine. Ihre gleichförmig gewellten Hügel sind im Winter von graubräunlicher bis rötlicher Farbe, im Frühjahr mit zartem Grün überzogen. Ab und zu ragt eine einzelne Zypresse wie ein Bleistift auf einem der runden Hügel auf. Der lehmige Boden wird vorwiegend als Weideland für Schafe genutzt, weshalb in dieser Gegend der Pecorino produziert wird, Schafskäse in allen möglichen Varianten, in Erdlöchern gereift, mit Kräutern oder Kastanienblättern umhüllt oder in Paprika gewälzt. Wie unterschiedlich die Crete sein kann verdeutlichen am besten die Fotos.

Florenz

Wir waren 2009 mit den Motorrädern und 2014 mit dem Auto in Florenz. Beim ersten mal hatten wir nur ein paar Stunden bis wir die Motorräder wieder auf den Autoreisezug verladen mussten. 2014 haben wir dann doch einen ganzen Tag in Florenz verbracht. Auch zu wenig, aber immerhin haben wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten besucht. Hier die wichtigsten in Reihenfolge der Fotos. Der Piazzale Michelangelo ist ein nach den Plänen des Architekten und Stadtplaners Giuseppe Poggi geschaffener Platz, welcher vor allem für die Aussicht auf die Stadt bekannt ist. Die mittelalterliche Brücke Ponte Vecchio über den Arno ist die älteste Brücke in Florenz und bietet ein besonders reizvolles Bild. Die Galerie der Uffizien (Galleria degli Uffizi) sind ein von 1559 bis ca. 1581 ursprünglich für die Unterbringung von Ministerien und Ämtern in Florenz errichteter Gebäudekomplex. Heute befindet sich die Kunstsammlung Galleria degli Uffizi mit Werken der Malerei und Bildhauerei in diesen Gebäuden. Die Piazza della Signoria in Florenz ist einer der großen zentralen Plätze der Stadt und zugleich einer der berühmtesten Plätze Italiens. Im 14. Jahrhundert war sie mit dem Palazzo Vecchio als Sitz des Stadtparlaments das politische und soziale Zentrum der Stadt. Auf der Piazza dei Pitti befindet sich der Renaissance-Palast Palazzo Pitti. Die von 1294 erbaute Franziskanerkirche Santa Croce, zu der der Legende nach der heilige Franz von Assisi selbst den Grundstein legte, wird auch als „Pantheon von Florenz“ bezeichnet. Die Cattedrale di Santa Maria del Fiore entstand ab 1296, die Kuppel, das heutige Wahrzeichen der Stadt, wurde erst 150 Jahre später gewölbt. Die vielfarbige Fassade des Doms stammt aus dem 19. Jh.

Fonterutoli

Inmitten der friedvollen Hügel von Chianti, knapp 13 Kilometer von Siena entfernt, liegt die kleine Ortschaft Fonterutoli. Das kleine Dörfchen gab es bereits in der Zeit der Etrusker und es verdankt seinen Namen der lateinischen Bezeichnung für eine klare Quelle fons rutolae oder fons rutilant. Heute verbindet man den Ort vor allem mit dem Namen der Familie Marchesi Mazzei, die seit 24 Generationen hier Wein herstellt. Die früheste schriftliche Erwähnung von Chianti als Wein fand sich in einem Kaufvertrag des Jahres 1398, der die Unterschrift von Ser Lapo Mazzei, einem Mitglied dieser Familie, trug.

Greve in Chianti

Greve ist eine der größten Gemeinden Italiens, liegt mitten im Herzen des Chianti-Gebietes und ist seit dem 13. Jahrhundert einer der Hauptstädte des Chianti. Die Piazza Matteotti ist dreieckig und von wunderschönen Arkaden umgeben, in denen man Geschäfte und Cafes bzw. Restaurants findet (leider war bei unserem Besuch gerade der Wochenmarkt – daher gibt es kein Foto von der Piazza). Hauptsächlich bestimmt die Weinerzeugung und Olivenölproduktion die heimische Industrie. Einer der bekanntesten Söhne von Greve war der Seefahrer und Entdecker Giovanni da Verrazzano. Unter anderem entdeckte er auf seinen Reisen die Upper New York Bay zwischen Staten Island und Manhattan sowie den Hudson River. Und wir haben bei einem Espresso die Toskana-Touristen-Falle entdeckt.

Grosseto

Ähnlich wie Lucca besitzt Grosseto eine bewundernswerte Stadtmauer und wird deshalb auch manchmal Klein-Lucca genannt. Die sternförmige Stadtbefestigung mit ihren sechs Bastionen und den beiden Haupttoren ist inzwischen fast komplett restauriert worden. Den religiösen wie profanen Mittelpunkt der Stadt bildet die Piazza Dante, wo sich einst das Kastell der Aldobrandeschi befand, stehen heute der Duomo di San Lorenzo und der Palazzo Aldobrandeschi mit Sitz der Provinzverwaltung.

La Verna

Zu Füßen des 1283 m hohen Monte Penna schmiegt sich beängstigend dicht am Rande der sehr glatten Felsen das Franziskanerkloster La Verna. An diesem Ort empfing Franziskus 1224 auf dem „rauen Felsen“ seine Wundmale. Mein Navi wollte uns unbedingt auf die Strada pedonale und über den Wanderweg durch den Wald auf den Berg schicken. Also Motorräder abstellen und wandern. Wären wir nur 100 m die Hauptstraße weiter gefahren, hätten wir ganz locker auf der Straße rauffahren können. Aber egal, es hat nicht geschadet und schön war es auch. Als wir wieder im Dorf angekommen sind, haben wir uns eine Erfrischung auf der schattigen Terrasse der Bar vom Hotel Da Giovanna gegönnt.

Larciano Castello

Von Pistoia kommend machten wir einen kleinen Abstecher nach Larcinao Castello. Nicht groß, eine Festung, ein Lokal und ca. fünf Häuser. Das wars schon. In seiner Blütezeit wurde die Burg von einer Befestigungsmauer mit zwei Türen umgeben Aber der Ausblick auf den Montalbano, wie eines der schönsten Weinanbaugebiete der Toskana genannt wird, war fantastisch. In dem für die Toskana typischen Hügelland wechseln sich Mischwälder, Weinberge und Olivenhaine ab. Der Montalbano ist seit jeher bekannt für seine feinen Olivenöle mit der ausgeprägten Schärfe, der dezenten Bitterkeit und der feinen Frucht.

Lucca

Wie schon bei Florenz waren wir 2009 mit den Motorrädern und 2014 mit dem Auto in Lucca. 2009 waren wir äußerst unvorbereitet. Von Pisa kommend hatten wir nicht einmal einen Stadtplan mit. Heiß war es auch und so haben wir nur einen kleinen Rundgang gemacht. 2014 hingegen war alles anders. Gut vorbereitet und einen ganzen Tag reserviert. So konnten wir alles ganz genau besichtigen. Von einem großen Stadtwall nach außen abgeschirmt, entfaltet sich im historischen Zentrum das ruhige Leben einer toskanischen Provinzstadt. Die Altstadt ist hervorragend erhalten und bietet viele Sehenswürdigkeiten. Auch hier die wichtigsten in Reihenfolge der Fotos. Auf den rund 4 km langen, ca. 12 m hohen Stadtmauern zieht sich eine Fußgängerstraße um das Zentrum (und wir sind einmal rundherum gewandert). Der Mittelpunkt des städtischen Lebens bildet die Piazza San Michele mit der Kirche San Michele in Foro mit einer fein dekorierten romanischen Fassade (die Außenverkleidung und die Fassade wurden für ein höher geplantes Mittelschiff gebaut, zu dem es dann nicht kam – daher die überproportionale Höhe der Fassade im Vergleich zum Kirchenbau dahinter) und dem Rathaus Palazzo Pretorio. Auf der belebten Via Vittorio Veneto gelangten wir zur Piazza Napoleone mit dem Palazzo Ducale oder auch Palazzo della Provincia. Ostlich davon schließt die Piazza del Giglio mit dem gleichnamigen Theater an. Nur wenige Schritte weiter auf der Via Duomo, vorbei an der Chiesa di San Giovanni, erreichten wir den Duomo di San Martino an der Piazza San Martino. Nachdem wir den nicht weit vom Dom entfernten, 1820 von Maria Luise von Bourbon gegründeten, Botanischen Garten (Orto Botanico) besichtigt hatten, bestiegen wir den Torre Guinigi. Nach 230 Stufen kommt man auf eine kleine mit Steineichen bewachsenen Plattform mit einem wunderschönen Ausblick über die roten Dächer Luccas. Unter anderem konnten wir von hier unser nächstes Ziel, den Torre dell’Orologio, ein Glockenturm der bereits 1390 genutzt wurde, um den Bürgern von Lucca die Zeit anzuzeigen, bewundern. Der schlanke Uhrturm, auch Torre delle Ore genannt, ist mit seinen 50 m Höhe der höchste Turm von Lucca. Auch hier haben wir die Stufen gemeister und den fantastischen Blick auf Lucca bewundert. Zum Abschluß des Tages gönnten wir uns ein kühles Getränk im Oval der Piazza dell‘ Anfiteatro (auch Piazza del Mercato) über dem römischen Amphitheater. Sie ist rundum mit mittelalterlichen Häusern bebaut, die genau den Grundmauern der damaligen Zuschauertribünen folgen. Heute befinden sich vorwiegend kleine Geschäfte und Bars auf dem Platz.

Lucignano

Die Lage von Lucignano ist so typisch für diese Gegend: ein hoher Hügel über dem Chianatal und darauf ein kleiner Ort. Eine in elliptischen Ringen verlaufende mittelalterliche Burganlage und dazwischen enge Gassen und noch engere Treppengassen. Das Zentrum an der höchsten Stelle bilden die beiden Kirchen San Francesco und Collegiata di San Michele Arcangelo. Die innerhalb der Stadtmauer gelegene Burg Rocca Senese besitzt zwei Wehrtürme, wobei der größere Mastio (Hauptturm) und der kleinere Torrino (Türmchen) genannt werden.

Maremma

Die Maremma ist ein breites, vorwiegend flaches Küstengebiet, das am tyrrhenischen Meer zwischen Latium und der Toskana liegt. Die Küste der Maremma ist vor allem im Maremmen-Naturpark südlich von Grosseto interessant – in der geschützten Küstenlandschaft steht kein einziges bewohntes Haus, sondern nur einige mittelalterliche Wachttürme und die Ruinen eines Klosters. Die Hügel der Maremma sind mit Pinienwäldern und Macchia (immergrüner und undurchdringlicher Buschwald) bedeckt und laden zum Wandern und Entdecken ein.

Massa Marittima

Als Perle des Mittelalters wird das auf einer Bergkuppe gelegene Massa Marittima gern bezeichnet – und das zu Recht! Auffällig ist die Unterteilung der einstigen Bergwerkstadt in die romanische Città Vecchia und die gotische Città Nuova. Während die Città Nuova durch die Festung dominiert wird, prägt in der Città Vecchia die Piazza Garibaldi mit den Prachtbauten Duomo San Cerbone, Palazzo Comunale, Palazzo dei Conti di Biserno und Palazzo Pretorio das Stadtbild. Zu empfehlen wäre auf jeden Fall die Via Moncini stadtaufwärts zu wandern, durch den Torbogen hindurch und die Stadt von oben zu betrachten.

Montalcino

Die mittelalterliche Kleinstadt in herrlicher Panoramalage ist vor allem durch den Rotwein Brunello bekannt geworden. Umgeben von Olivenbäumen und den typischen grünen Hügeln der Toscana hat Montalcino eine einzigartige Lage und verdient seine Bezeichnung als eine der Perlen der Gegend zurecht. Die Herrschaft über Montalcino hatten sowohl Florenz als auch Siena. Die Sienesen bauten die Festung auf dem Berg. Auch die Stadtmauer ist noch gut erhalten. Der Ortskern Montalcinos verleiht noch heute mittelalterlichen Charme. Die kleinen, engen Gassen des Zentrums werden von der alten Stadtmauer umschlossen. Ein Besuch des Ortes lohnt sich auf jeden Fall.

Monte Senário

Von Pratolino kommend fuhren wir durch dichten Mischwald auf einem schmalen, schnell aufsteigenden Sträßchen zum Wallfahrtsort Monte Senário hinauf. Vom Parkplatz ging es dann zu Fuß nochmals steil bergauf zum Kloster des Servitenordens, Convento di Monte Senário. Das Kloster wurde von sieben Florentiner gegründet, die dem profanen Leben abgeschworen hatten. Heute leben die Servitenmönche zwar nicht mehr in Klausur, man sollte ihre Ruhe aber nicht stören. Monte Senário gilt als einer der wichtigsten Wallfahrtsorte der Florentiner und der Blick von der Terrasse ermöglichte uns einen fast kompletten Rundblick – schließlich waren wir rund 800 m hoch.

Montepulciano

Die atmosphärisch angenehme, auf einem 605 m hohen Hügel gelegene Kleinstadt wird nicht ohne Grund auch als Perle der Renaissanve genannt. An der Piazza Grande liegen typische Renaissance-Bauten wie das Rathaus (Palazzo Comunale), der Dom und der Palazzo Nobili Tarugi. Der Palazzo Comunale mit seinen Zinnen und Pechnasen und einem viereckigen Turm ähnelt dem Palazzo Vecchio von Florenz, auch wenn er wesentlich kleiner ist. Und wie jener ist er noch immer das Rathaus der Stadt. Der Dom mit seiner unvollendeten Fassade ist eher bescheiden. Unterhalb der Stadt steht die Chiesa Madonna di San Biagio, ein architektonisches Juwel, das die Handschrift von Antonio da Sangallo trägt.

Monteriggioni

Weithin sichtbar war schon der Mauerring des kleinen Dorfes Monteriggioni. Der einstige Vorposten Sienas gegen Florenz steckt in einem Mauerring, den früher 16 Tor- und Wachtürme krönten. Dante nannte die Türme „Giganten, die in der Hölle tanzen“. Jetzt gibt es deren nur noch 11. Der Rest der Anlage ist jedoch fast vollständig erhalten geblieben. Die 570 m lange Mauer ebenso wie ser Charakter des mittelalterlichen Castello mit der kleinen Kirche. Heute gibt es ein kleines Hotel, ein Restaurant, eine Trattoria, ein paar kleine Geschäfte und eine Bar – das ist alles.

Nipozzano

Die Burg Castello di Nipozzano und das dazugehörige Weingut liegen östlich von Florenz im Herzen des berühmten Gebiets Chianti Rufina, auf einem Berghang mit Blick auf das Tal des Arno. Dank des perfekten Gleichgewichts zwischen Höhenlage, Böden und windumfächeltem Mikroklima finden die verschiedenen Rebsorten ideale Bedingungen für optimales Wachstum, was wiederum die Voraussetzung für die Entstehung harmonischer und langlebiger Weine ist. Das habe ich mir nicht einfallen lassen. So kann man es nachlesen. Oder auch so: Der Nipozzano Riserva ist einer der berühmtesten Chiantis der toskanischen Region Rufina. Mit seinem reichhaltigen Bouquet und aufregenden Aromen von Beeren und dunklen Früchten sowie Anklängen von frischen Kräuternuancen wie Thymian und Rosmarin sowie Vanille und ein Hauch von Schokolade spiegelt der Wein vom Castello di Nipozzano ausgezeichnet die Landschaft wieder auf der er angebaut wurde. Ein starker Wein der trotzdem mit einer ausgewogenen Tanninstruktur zu glänzen weiß. Im Glas strahlt er rubinrot mit einem leicht violetten Rand.

Orbetello

Orbetello liegt auf der mittleren dreier Tomboli (Dünenstreifen), welche die Halbinsel Monte Argentario mit dem toskanischen Festland verbinden. Der etwa vier Kilometer lange Verbindungsdamm, auf dem die Autostraße verläuft, wurde künstlich aufgeschüttet. Aufgrund der hohen Temperatur sind wir nur schnell durch den Ort und über den Verbindungsarm auf die Halbinsel gefahren. Diese wollten wir mit den Motorrädern umrunden. Laut Navi möglich – aber nur auf staubigen Straßen. Also haben wir nur Porto Santo Stefano und Porto Ercole erkundet.

Piancastagnaio

Eine imposante mitteralterliche Festung rechts vom Stadttor weckt Erwartungen. Leider konnte der Ort diese nicht erfüllen. Jedenfalls nicht zu der Zeit als wir dort waren. Es war dreckig und ungepflegt, ja schon fast abstoßend. Also fuhren wir nach kurzem Aufenthalt gerne wieder weiter. Das beste was Piancastagnaio zu bieten hatte, war, dass es auf einer für Motorradfahrer schönen Straße auf den Monte Amiata liegt. Der Amiata ist vulkanischen Ursprungs und doch 1738 m hoch. Er ist zwar seit 180.000 Jahren nicht mehr ausgebrochen, heiße Quellen und Geysire weisen jedoch noch immer auf seinen vulkanischen Ursprung hin. Das Wasser gelangt nach 30 Kilometern in Saturnia an die Oberfläche und ergießt sich über die Cascate del Mulino.

Pienza

In der Hügellandschaft der Crete liegt Pienza, ein Ort mit ungewöhnlicher Geschichte. Papst Pius II. wollte sein Heimatdorf zu einer Idealstadt (citta ideale) der Renaissance ausbauen. Zwar konnte das Projekt nicht verwirklicht werden, doch erhielt Pienza dadurch einige bemerkenswerte Repräsentativbauten. Die Kirche Duomo Santa Maria Assunt liegt an der zentralen Piazza Pio II der Altstadt von Pienza zwischen dem Palazzo Vescovile, also dem Bischofspalast, auf der linken Seite und dem Palazzo Piccolomini rechts. Der Palazzo Vescovile, damals Wohnsitz von Kardinal Rodrigo Borgia, dem späteren Papst Alexander VI., heute befindet sich darin das Diözesan-Museum. Der Palazzo Piccolomini war Wohnsitz der Familie Pius‘ II., und das größte und wohl schönste am Platz. Darüber hinaus ist Pienza auch in kulinarischer Hinsicht, dem vorzüglichen Schafskäse Pecorino di Pienza, berühmt geworden.

Pieve di San Pietro a Romena

Die Pieve di San Pietro a Romena ist eine kleine romanische Kirche nahe der Gemeinde Pratovecchio. Sie zählt zu den schönsten und bedeutendsten mittelalterlichen Taufkirchen der Toskana, im 12. Jh. über eine vorhandene Kirche aus dem 10. Jh. errichtet, diese wiederum über einem etruskischen und dann römischen Heiligtum. Haben wir gelesen. Leider haben wir nicht gelesen, dass eine Besichtigung nur gegen Voranmeldung möglich gewesen wäre. Gut, dass wir nicht extra hingefahren sind, sondern die Kirche auf einer schönen kurvenreichen Straße Richtung Pontassieve lag.

Pisa

Was soll man zu Pisa noch sagen. Jeder kennt die wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Die berühmtesten Bauten stehen am Platz der Wunder, der Piazza dei Miracoli. Dom Santa Maria Assunta, Baptisterium (Battistero di Pisa), Friedhof (Camposanto Monumentale) und der legendäre Schiefe Turm (Torre pendente di Pisa) bilden einen repräsentativen Gebäudekomplex. Der Glockenturm (Campanile) mit seinen acht Stockwerken steht frei neben dem Dom. Schon während der Bauzeit begann er sich zu neigen. Mit dem Dombau wurde 1064, nachdem Pisa in einer Seeschlacht die Sarazenen besiegt hatte, begonnen. Aus der Kriegsbeute finanzierte man die Einrichtung. Gegenüber vom Dom steht die romanisch-gotische Taufkirche, das Baptisterium. Sie ist die größte der Welt überhaupt und ein akustisches Wunder. Der ummauerte Friedhof, der Camposanto Monumentale, ist sicher der eindruckvollste Friedhof der Toskana. Die Graberde wurde aus dem Heiligen Land auf 53 Kähnen hierher gebracht.

Pistóia

Auch Pistóia hat, wie so viele Städte in der Toskana, eine mittelalterliche Stadtmauer mit vier Eckbastionen. Den Mittelpunkt der innerhalb der trapezförmigen Stadtmauer liegenden Altstadt bildet der Domplatz (Piazza del Duomo), auf dem zweimal wöchentlich ein großer Kleidermarkt stattfindet. Der zum Stadtturm ernannte, weil schönster Turm am Platz, ist die sogenannte Fortezza del Campanile. Er steht ganz dicht am Duomo San Zeno, ohne ihn jedoch wirklich zu berühren. Rechts vom Dom, er gilt als eine der ältesten Kirchen der Toskana, steht der Palazzo Vercovile. Dieser diente vom 11. bis 18. Jh als bischöfliche Residenz. Und gegenüber vom Dom steht das Baptisterium San Giovanni in Corte mit der auffälligen Querstreifung. Wir haben aber das Pech gehabt, dass das Gebäude wegen Renovierungsarbeiten fast vollständig verhüllt war.

Pitigliano

Die mittelalterliche Stadt Pitigliano liegt in 313 m Höhe über den Flüssen Lente und Meleta auf einem Tuffplateau, das vollkommen ausgehöhlt scheint. Der hohe, von tiefen Schluchten umgebene Felsrücken war geradezu ideal, um darauf eine von Feinden gesicherte Stadt zu bauen. Der Tuff war auch das hier übliche Baumaterial, das in Ziegelform aus dem Fels geschnitten wurde. Die ganze Gegend um Pitigliano bis weit hinter Rom ist durch Tuff geprägt, den Vulkane hier vor Urzeiten ausgespuckt haben.

Populonia

Das befestigte Dorf Populonia hat zwei schöne Aussichten: eine auf die Küste mit dem hübschen Golfo di Baratti und eine auf den Monte Massoncello. Die mittelalterlichen Mauern, die den Ort umgeben, sind noch sehr gut erhalten. Sie dienten früher vor allem dem Schutz vor Piraten. Ein Rundgang durch die Gassen führte uns auch zum Turm der Festung, von dessen Spitze aus wir den bereits erwähnten Rundumblick hatten. Gegenüber der Befestigungsanlage befindet sich ein archäologischer Park. Er fasst die Akropolis auf der Anhöhe und die Hochöfen und Werkstätten zur Eisenerzverhüttung sowie die Nekropolen in der Ebene zusammen, deren Standorte einige Kilometer voneinander entfernt liegen.

Porto Ercole

Das kleine Städtchen Porto Ercole (Hafen des Herkules) liegt auf der Halbinsel Monte Argentario und besitzt einen hübschen Yachthafen, der von zwei mächtigen Kastellen (Batterie Santa Caterina und Festung La Rocca) und einm Fort (Fort Filippo) bewacht wird, die totalen Überblick über das große, natürliche Hafenbecken bieten. Das Forte Stella, es trägt seinen Namen von seinem sternförmigen Grundriss, liegt südwestlich der Stadt auf einer Anhöhe gegenüber der Insel L’Isolotto.

Porto Santo Stefano

Wenn man von Orbetello kommend nach der beeindruckenden Lagunenüberquerung nach rechts abbiegt, führt eine Küstenstraße nach Porto Santo Stefano. Er ist zusammen mit dem kleineren Ort Porto Ercole einer der Hauptorte der Halbinsel Monte Argentario. Malerisch schmiegt sich der Ort in eine geschützte Bucht der Halbinsel. Exklusive Villen prägen zusammen mit den Yachten und Fährschiffen das Bild des schönen Hafenstädtchens. Die spanische Festung (Fortezza Spagnola) zeugt von der Vergangenheit Porto Santo Stefanos als wichtiger Stützpunkt der spanischen Handelsflotte. Die Burg hat die Bombardements des Zweiten Weltkriegs überstanden, die den Rest des Ortes fast vollständig zerstörten.

Prato

Die Stadt Prato ist von einer Stadtmauer umgeben und ist Zentrum der regionalen Tuchindustrie. Die Kunst und die Geschichte der Stoffherstellung ist heute noch lebendig, und Prato ist durch sie groß und reich geworden. Im Inneren der Stadtmauer dominiert das Castello dell‘ Imperator das Stadtbild. Neben der staufischen Kaiserburg steht der Zentralbau der Kirche Santa Maria delle Carceri. Gegenüber erblickt man auch die backsteinerne Apsis der Kirche San Francesco. Geht man um sie herum, gelangt man zur gleichnamigen Piazza und zum Haupteingang mit ihrer weiß-grün quer gestreiften Mamorfassade. Auf dem Weg zum Domplatz öffnet sich die relativ kleine Piazza del Comune mit dem zweifärbigen Palazzo Pretorio. Er war einst Amtssitz der Stadtregierung. Ein Stück weiter steht der dem hl. Stephanus geweihten Dom von Prato. Links vom Dom befindet sich im Palazzo Vescovile das Dombaumuseum.

Pratolino

Von Florenz kommend befindet sich kurz vor Pratolino auf der rechten Straßenseite der Haupteingang des Parco Mediceo di Pratolino mit der Villa Demidoff. Leider kann man nur den Park und nicht die Villa besichtigen. Der Park wurde mit Springbrunnen und Teichen, künstlichen Grotten und Skulpturen gestaltet. Von besonderer Pracht ist an der höchsten Stelle des Parks der gebeugte Apennin von Giambologna zu sehen. Oder auch nicht. Als wir dort waren, war er leider wegen Renovierungsarbeiten hinter Planen versteckt.

Punta Ala

Punta Ala liegt auf einer Landzunge direkt gegenüber der Insel Elba, die von drei Seiten vom Meer umgeben und von einem dichten Kiefernwald bedeckt ist. Drei Befestigungsanlagen – im Norden der Torre Hidalgo, im Süden Il Castello und auf der vorgelagerten Felseninsel der Torre dello Sparviero – erinnern noch an historische Kämpfe gegen Piraten. Heute bildet hingegen der gigantisch große Yachthafen, mit über neunhundert Anlegeplätzen, der auch, als schönster Hafen im Mittelmeerraum, bekannt ist das Herz von Punta Ala.

San Gimignano

San Gimignano wird auch Mittelalterliches Manhattan oder die Stadt der Türme genannt. Der historische Stadtkern ist seit dem Jahr 1990 Weltkulturerbe der UNESCO. San Gimignano besitzt noch heute einige der mittelalterlichen Geschlechtertürme, die in anderen Städten nur als Stümpfe erhalten blieben. Die Familien versuchten, sich in der Höhe ihrer Türme gegenseitig zu übertrumpfen und damit ihre Macht zu demonstrieren. Das schien ihnen wichtiger zu sein als ein luxuriöses Leben, das in solchen Türmen natürlich nicht möglich war. Von den einst 72 Geschlechtertürmen existieren in San Gimignano heute noch insgesamt 15.

San Piero a Sieve

Nahe San Piero a Sieve befindet sich die Medici-Villa von Caffagiola. Die Medici waren besonders mit dieser Villa verbunden, da sie sich an der Straße befindet, die von Florenz nach Bologna führt. Die Villa hat noch die Züge eines Kastells und verkörpert sehr gut die dreifache Funktion: die Verteidigungsfunktion durch ihre strategische Position zwischen Florenz und Bologna, die wirtschaftliche Funktion wegen ihrer zentralen Lage in einem Gebiet mit vielen landwirtschaftlichen Betrieben und die Funktion des Vergnügens und der Erholung für die Familie. 1864 wurde der Besitz an die Familie Borghese verkauft. Aktuell ist die Villa in Privatbesitz und kann besichtigt werden. Da wir aber nur auf der Durchreise waren fehlte uns leider die Zeit und wir machten nur ein paar Fotos.

San Quirico d’Orcia

Der hübsche, noch völlig ummauerte Ort in 424 m Höhe ist etruskischen Ursprungs. Sehenswert ist die Kirche Collegiata dei Santi Quirico e Giulitta mit ihrem beachtenswerten Westportal. Die beiden Knotensäulen rechts und links außen haben, wie immer in solchen Fällen, die Funktion, Unheil abzuwehren. Besonders interessant ist der Türsturz, auf dem zwei geflügelte Fabelwesen sich kämpfend gegenüber stehen. Hier wurden Elemente verschiedener Tiere zusammengezogen, und zwar die eines Drachen, einer Schlange, eines Krokodils, die Schuppen eines Fisches und die Flügel eines Vogels.

Saturnia

Eine Legende besagt, dass Saturnia die erste selbst gegründete Stadt auf der italienischen Halbinsel von Saturn sein soll – deswegen der Name Saturnia. Abgesehen von der am Hauptplatz gelegenen Kirche Chiesa di Santa Maria Maddalena und dem römischen Stadttor (Porta Romana) – Teil der berühmten Römerstraße Via Clodia von Rom nach Genua -, kann Saturnia nur mehr mit den 1 km entfernt liegenden Thermalquellen aufwarten. Sie haben dem Ort einen wirtschaftlichen Aufschwung gebracht. Aus der Thermalquelle strömen pro Sekunde 800 Liter 37 Grad warmes, schwefelhaltiges Wasser, das von den Hängen des Monte Amiata stammt. Das Wasser gelangt nach 30 Kilometern in Saturnia an die Oberfläche und ergießt sich über die Cascate del Mulino. Das Baden in den natürlich geschaffenen Sinterbecken ist kostenlos.

Scarperia e San Piero

Wenn man schon im Mugello unterwegs ist, sollte man auch einen Abstecher zur Messerschleiferstadt Scarperia e San Pierro einplanen. Es handelt sich um eine hübsche mittelalterliche Kleinstadt, der man ansieht, dass hier die Wirtschaft alter handwerklicher Tradition funktioniert. In den schmalen Straßen und Gassen gibt es viele kleine Werkstätten. Die meisten verkaufen Messer und andere Schneidwerkzeuge bester Qualität.

Als wir 2014 Scarperia besuchten, war die Hauptstraße anlässlich des 100-jährigen Bestehens der nahegelegenen Rennstrecke Autodromo Internazionale del Mugello mit Bilder und Symbolen aus Millionen Blütenblättern geschmückt. Und natürlich haben wir auf der Weiterreise die berühmte Rennstrecke besucht.

Siena

Auch hier waren wir 2009 und 2014 zu Besuch und auch hier war einfach zu wenig Zeit. Siena bietet eine unglaubliche Vielfalt an Sehenswürdigkeiten. Aber die für uns, und wahrscheinlich für viele andere Touristen ebenfalls, die wichtigsten und berühmtesten zwei Sehenswürdigkeiten von Siena möchte ich schon hervorheben. Zum einen der Dom von Siena (Cattedrale di Santa Maria Assunta) ist die Hauptkirche der Stadt Siena. Heute ist das aus charakteristischem schwarzem und weißem Marmor errichtete Bauwerk eines der bedeutendsten Beispiele der gotischen Architektur in Italien. Am Dom wurde ab dem 12. Jh. über 200 Jahre lang gebaut. Eigentlich sollte die größte Kirche der Welt entstehen, doch dieses Projekt scheiterte dann doch an den Kosten. Im Südosten der Kathedrale blieben noch die enormen Pfeiler und die Fassade der geplanten Riesenkirche erhalten. Zum anderen natürlich die Piazza del Campo. Wie eine Muschel liegt der mit Backsteinen in Fischgrätmuster angelegte Platz, der wohl schönste Platz der Toskana. Umgeben wird der Hauptplatz von mittelalterlichen Palazzi und dem Palazzo Comunale. Auf dem Platz wird zweimal im Jahr, am 2. Juli und am 16. August, das Pferderennen Palio di Siena ausgetragen. Da Siena ewig unter Wassermangel litt, wurde 1342 eine 25 km lange Wasserleitung gebaut. Auf der höheren Seite des Campo steht zur Erinnerung der Fonte Gaia, auch Brunnen der Freude genannt. Das Rathaus (Palazzo Comunale oder Palazzo Pubblico) wurde ab 1297 errichtet, jedoch erst im 17. Jh. in der heutigen Form vollendet. Der dazugehörige, 102 m hohe Torre del Mangia trägt seinen Namen nach einem früheren Glöckner, der den Spitznamen Mangiaguadagni (Einkommensfresser) hatte. Der Turm ist der Öffentlichkeit zugänglich und daher sind auch wir auf die Turmspitze und genossen einen sehr guten Rundblick über die Stadt und ihre Umgebung.

Sorano

Der schöne Ort Sorano thront, wie auch schon Pitigliano, auf einer langen Tuffbergnase in 379 m Höhe über dem Fluss Lente und besitzt einen wunderbar intakten mittelalterlichen Stadtkern. Die Familie Orsini ließ um 1550 eine trutzige Festung, die Fortezza Orsini, auf dem Tuffsporn im Süden des Ortes errichten. Ihr zentraler Turm ragt noch heute hoch aus den Dächern von Sorano heraus. Ebenfalls wie eine Festung erhebt sich der Masso Leopoldino mit Zinnen und Glockenturm mitten in der Ortschaft. Im 18. Jahrhundert ließen die Lothringer diesen riesigen, glatten Block aus dem umgebenden Tuffgestein herausarbeiten.

Talamone

Das kleine Dorf Talamone am südlichen Ende des Parco Naturale della Maremma kann nicht mit großzügigen Sandstränden aufwarten. Ganz im Gegenteil: Der einzige öffentliche Badestrand heißt Bagno delle Donne und befindet sich direkt am Fuße der wuchtigen Burg Rocca Aldobrandesca, die am höchsten Punkt von Talamone vom mächtigen Feudalherrengeschlecht der Aldobrandeschi errichtet wurde. Talamone hat schon viele Herrscher ertragen müssen. Die Etrusker, die Kelten, die Römer, die Goten, die Aldobrandeschi, die Spanier. die Medicis bis hin zu den Reichen und Schönen der Gegenwart. Ausgerechnet hier hat sich ein Großteil des römischen Jetset niedergelassen.

Vinci

Der kleine Ort Vinci erlangte durch seinen bekanntesten Sohn Leonardo da Vinci, der im Jahre 1452 im Ortsteil Anchiano geboren wurde weltweite Berühmtheit. Im Castello dei Conti Guidi wurde bereits in den 1950er-Jahren ihm zu Ehren ein umfangreiches Museum errichtet, in dem zahlreiche Nachbildungen seiner bekanntesten Gemälde und Erfindungen ausgestellt werden. Auf dem Platz unterhalb der Burg, der Piazza Guido Masi, befindet sich eine Holzskulptur von Mario Ceroli, dem vitruvianischen Mensch von Leonardo da Vinci nachempfunden.

FAZIT

Benvenuti ! Die Toskana ist eine gastfreundliche Region und ihre Bewohner sind zurecht stolz auf die Schönheit ihrer Heimat.

Und eins ist auch von vornherein schon sicher: Die Toskana muss man gesehen haben. Am besten zu jeder Jahreszeit. Die vielfältigen Formen der Natur sind wirklich zu jeder Zeit schön. Anders, aber immer phantastisch und atemberaubend.

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So wie man die Toskana sehen will !

 

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