SCHOTTLAND (08/2011)

SCHOTTLAND (08/2011)

Land der Highlands and Islands 

Die Landschaften und Städte Schottlands sind so einzigartig, dass man das launische Wetter gerne in Kauf nimmt. Auch wir hatten nicht immer schönes Wetter, was man an den beiliegenden Fotos erkennen kann. In den Highlands muss man zudem mit den lästigen Midges (fiese Beißfliegen) rechnen.
schottland

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Die Schottland-Rundreise haben wir über Hofer-Reisen gebucht. Über 1800 km quer durch Schottland haben uns dieses sehenswerte Land nähergebracht.

Schottland grenzt im Norden und Westen an den Atlantik, im Osten an die Nordsee und im Süden an England. Es teilt sich in drei geografische Regionen auf: die Highlands, die Central Lowlands und die Southern Uplands. Der höchste Berg Schottlands ist der 1343 m hohe Ben Nevis bei Fort William. Schottland westlich vorgelagert ist die Inselgruppe der Hebriden, die Inneren und Äußeren Hebriden. Nördlich von Schottland liegen die Inselgruppen der Orkney-Inseln und deutlich weiter entfernt die Shetland-Inseln.

Reiseverlauf

Tag 1 – WIEN – GLASGOW

Pünktlich um 14:30 hob die fly-niki-Fliege ab und es ging per Direktflug nach Glasgow. Nach der Ankunft haben wir sofort eine kleine Stadtrundfahrt mit dem Bus durchgeführt. Viel haben wir in der kurzen Zeit nicht von Glasgow gesehen.

Unter anderem haben wir den riesigen Hügelfriedhof Glasgow Necropolis, der neben der St. Mungo Cathedral liegt, besucht. Von hier hatten wir eine herrliche Aussicht über die City. Auch bei der St. Mungo’s Cathedral, auch High Kirk of Glasgow genannt, haben wir vorbei geschaut, konnten sie jedoch nur von aussen betrachten. Kurz vor Ende der Stadtrundfahrt sahen wir noch den George Square. Das ist der zentrale Hauptplatz von Glasgow,  an dem sich das imposante, mit schottischem Granit und italienischen Marmor gebaute Rathaus.

Anschließend haben wir unser Zimmer im Mercure Glasgow City Hotel (bei uns war es noch das Ramada Hotel) für die nächsten 3 Nächte bezogen. Zimmer ist ein übertriebener Ausdruck. Schuhschachtel wäre wohl eher angebracht. Das Hotel hat aber keine Kosten gescheut und hat für uns extra einen Feueralarm um halb drei Uhr nachts organisiert. Schaut schon komisch aus, wenn alle Hotelgäste mit Pyjamas auf der Strasse stehen. War aber Gott sei Dank nur ein Fehlalarm. Dafür lag das Hotel sehr zentral. Gleich um’s Eck befand sich der George Square mit dem Rathaus.

Tag 2 – EDINBURGH

Am zweiten Tag unternahmen wir einen Ausflug in die majestätische Hauptstadt Edinburgh.

EDINBURGH – magisch und mystisch

Diese Stadt verzaubert alle, die sie besuchen. Die Felsburg und der mittelalterliche Palast im Herzen der Stadt zeugen von einer düsteren, unruhigen Vergangenheit. Die verlockende Stadt ist ein Weltkulturerbe mit Gebäuden und Gassen, die Mythen aus längst vergangenen Zeiten beschwören. Edinburgh hat sich auch als Inspirationsquelle für Schriftsteller bewährt, die hier Figuren wie Dr. Jekyll und Mr. Hyde, Sherlock Holmes und Harry Potter erschaffen haben. Wir hatten das Glück zu jener Zeit in Edinburgh zu sein, in der das traditionelle „Edinburgh Festival“ stattfindet. Das Festival besteht aus vielen einzelnen Festivals. Die wohl bedeutendsten sind „The Royal Edinburgh Military Tattoo“ und das „Edinburgh Fringe“. Das „The Royal Edinburgh Military Tattoo“ ist das größte Musikfestival Schottlands und widmet sich vorwiegend der schottischen Militärmusik. Ganz anders das „Edinburgh Fringe“. Hier erobern Künstler aller Richtungen die Stadt und verwandeln sie in einen Spielplatz der Künste.

Als Erstes haben wir The Royal Yacht Britannia besucht. Sie ist eines der berühmtesten Schiffe der Welt, wurde am 16. April 1953 in Schottland vom Stapel gelassen und beförderte die Königin und die britische Königsfamilie 44 Jahre lang auf 696 Staatsbesuchen im Ausland und zu 272 Visiten in Großbritannien. Nach 1.087.623 Seemeilen und über 600 Häfen in 135 Ländern wurde sie im Juni 1994 außer Betrieb genommen. Heute ist sie zusammen mit einer Ausstellung über das Schiff im Hafen von Leith bei Edinburgh zu besichtigen.

Danach brachte uns eine halbtägige Stadtrundfahrt diese Metropole näher. Dabei sahen wir u.a. die Altstadt mit der aus den vier Abschnitten Castlehill, Lawnmarket, High Street, Canongate bestehenden Royal Mile. Sie verbindet das Edinburgh Castle mit dem Palace of Holyroodhouse (offizielle Residenz des britischen Königshauses in Schottland) und ist genau eine schottische Meile lang (1,8 km). Die Länge der Straße vom Edinburgh Castle zum Holyrood Palace diente als Grundlage für die Maßeinheit.

Auch fuhren wir auf den im Osten der New Town gelegenen Aussichtspunkt Calton Hill. Von diesem Hügel hat man man nicht nur einen unglaublichen Ausblick auf die Altstadt mit dem Edinburgh Castle, sondern er ist auch der Sitz des regionalen Parlaments, welches sich im St. Andrew’s House befindet. Weiters gibt es hier das City Observatory und das Nelson Monument zu bestaunen. Gegenüber dem Calton Hill befindet sich Arthur’s Seat, der Hausberg der Hauptstadt. Der Berg ist etwa 1,5 km von der Innenstadt entfernt, aber dennoch komplett von den Vororten Edinburghs umgeben. Arthur’s Seat ist Teil des Holyrood Parks, welcher auch die offizielle königliche Residenz in Schottland, das Residenzschloss Holyrood Palace beherbergt.

Der Nachmittag stand für individuelle Erkundungen zur freien Verfügung. Gefühlte hunderte Kilometer zu Fuß. Aber es hat sich ausgezahlt. Nicht nur haben wir das Denkmal des berühmten Skye Terriers Greyfriars Bobby gesehen – Bobby gehörte dem Polizisten John Gray und soll nach dessen Tod im Jahr 1858 den Rest seines Lebens, immerhin 14 Jahre lang, am Grab seines Herrchens auf dem Kirchhof der Greyfriars Kirk in der Edinburgher Altstadt verbracht haben. Angeblich verließ er den Friedhof nur zu den Mahlzeiten im nahe gelegenen „Coffee House“. –  sondern haben die vielen Künstler, die sich aufgrund des Festivals Edinburgh Fringe in der Stadt befanden, bewundert.

Am Abend besuchten wir noch das The Royal Edinburgh Military Tattoo. Es ist das größte Musikfestival Schottlands und findet seit 1950 jedes Jahr im August auf dem Platz direkt vor dem Edinburgh Castle statt.Ursprünglich war das Edinburgh Military Tattoo ausschließlich der Militärmusik gewidmet. Heute verfügt es über ein stark erweitertes Programm. Neben dem nach wie vor dominierenden militärischen Teil werden seit einigen Jahren auch weitgehend zivile Tanz- und Gesangsdarbietungen gezeigt. Nach wie vor sind aber die meisten Auftretenden Angehörige der britischen Streitkräfte. Eine wirklich eindrucksvolle Show!

Tag 3 – FALKIRK WHEEL – STIRLING CASTLE – CULROSS – DUNFERMLINE – FORTH RAILWAY BRIDGE

Unser erstes Ziel war die Besichtigung des Schiffshebewerkes Falkirk Wheel. Das Falkirk Wheel ist ein modernes Schiffshebewerk, das wie ein großes Riesenrad aussieht und ist durch seine Konstruktion einmalig auf der Welt. Der Bau begann 1998 und am 24. Mai 2002 erfolgte die Eröffnung durch Königin Elisabeth II. anlässlich ihres goldenen Thronjubiläums. Es hat einen Durchmesser von 35 m und überwindet einen Höhenunterschied von 24 m. Das Hebewerk ersetzt eine Schleusentreppe von 11 Schleusen auf einer Strecke von 1,5 km und verbindet die Flüsse Clyde und Forth.

Danach fuhren wir nach Stirling Castle. Es liegt über der Altstadt von Stirling auf dem Schlossberg, einem steil aufragenden Hügel vulkanischen Ursprungs. Von etwa 1100 bis 1685 war Stirling Castle eine der Hauptresidenzen der schottischen Könige. Aufgrund seiner strategisch günstigen Lage am Fluss Forth spielte das Schloss in der Geschichte Schottlands eine wichtige Rolle und wurde mindestens sechzehnmal belagert oder angegriffen. Da auf drei Seiten des Schlosshügels steile Felsklippen abfallen, ist das Schloss nur vom Süden her erreichbar und dort deshalb besonders gut befestigt. In unmittelbarer Nähe fanden drei Schlachten statt.

Als nächster Programmpunkt war das Bilderbuchstädtchen Culross vorgesehen. Es war im 16. und 17. Jahrhundert ein Zentrum der Kohleindustrie. Ziemlich bekannt war eine Kohlenmine, die praktisch unter dem Meer lag. Unter Königin Viktoria wurde es fast zu einer Geisterstadt. Das Städtchen liegt am Firth of Forth und gewährt einen Eindruck vom bürgerlichen Leben zwischen 1600 und 1800. Der sorgfältig restaurierte Ort mit kopfsteingepflasterten Gassen, weiß getünchten Häusern und roten Pfannendächern lädt zu einem gemütlichen Spaziergang ein. Was wir auch gemacht haben.

Anschließend führte uns ein Abstecher nach Dunfermline, eine der historischen Hauptstädte Schottlands. Sie ist eine der ältesten Siedlungen Schottlands und hauptsächlich durch den schottischen Nationalhelden King Robert the Bruce bekannt. Während der Schottischen Unabhängigkeitskriege gegen England war er Anführer der aufständischen Schotten. Robert war ein Ururururenkel König Davids I. und begründete damit seinen Anspruch auf den schottischen Thron. Er gilt als einer der bedeutendsten Herrscher Schottlands. Sein Grab befindet sich in der Dunfermline Abbey.

Ehe wir nach Glasgow zurückkehrten, besichtigten wir noch die Forth Railway Bridge. Sie führt über den Firth of Forth und ist insgesamt 2500 m lang. Nachdem die Firth-of-Tay-Brücke bei Dundee während eines Sturms eingestürzt war, wurde mit der Planung einer stabileren Brücke begonnen, die auch durch ihr Aussehen den Fahrgästen das Vertrauen in die Konstruktion zurückgeben sollte. Das Ergebnis sollte eine völlig neuartige Konstruktion in Form einer Auslegerbrücke sein, die auch größte Belastungen aushalten konnte. Die gewaltige Stahlkonstruktion ist mittlerweile zu einem Wahrzeichen Schottlands geworden.

Tag 4 – TROSSACHS – KILMAHOG – KENMORE – PITLOCHRY – BLAIR CASTLE – AVIEMORE

Zunächst durchquerten wir den „Loch Lomond and the Trossachs-Nationalpark“, eine der malerischsten Regionen Schottlands mit bewaldeten Hügelketten und wildromantischen Seen. Er ist einer von 14 Nationalparks des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland mit einer Fläche von 1865 km². Der Nationalpark unterteilt sich geografisch in vier Regionen, Loch Lomond, die Trossachs, Breadalbane und die Argyll Forest. In dem Nationalpark befinden sich nicht weniger als 22 Seen und er überzeugt vor allem durch seine schöne Natur und die zahlreichen Wander- und Radwege.

Bei einem kleinen Stopp in Kilmahog konnten wir die berühmten schottischen Hochlandrinder aus nächster Nähe sehen. Sie gehören zur Rasse der Hausrinder und ist die älteste registrierte Viehrasse. Heute wird die Rasse weltweit in vielen Ländern gezüchtet. Weiter entlang des Loch Tay, er hat die typisch langgezogene Form eines in der Eiszeit durch Gletscher entstandenen Süßwassersees, erreichten wir den kleinen Ort Kenmore. Hier gilt das Kenmore Hotel als das älteste noch betriebene Hotel Großbritanniens. Der gesamte Ortskern von Kenmore steht unter Denkmalschutz.

Nach kurzem Aufenthalt fuhren wir zu dem beliebten Ferienort Pitlochry weiter. Es ist ein wirklich schöner Ort. Die Main Street hat etwas einladendes, sie wird von vielen Geschäften, Pubs und Hotels gesäumt. Leider waren wir im August hier und nicht im September. Dann finden hier, wie in ganz Schottland, sehenswerte Highland Games statt. Nicht weit von Pitlochry entfernt liegt der Queen’s View, eine attraktive Aussicht über Loch Tummel und die beiden Inseln im See. Bereits 1866 genossen die Königin Victoria und Prinzgemahl Albert den einzigartigen Blick auf den See.

Danach besichtigten wir Blair Castle, ein Kleinod schottischer Burgromantik. 1844 übernachtete dort Queen Victoria und um ihren Dank auszudrücken, überreichte sie dem Herzog von Atholl die offiziellen Farben für seine private Armee, die Atholl Highlanders. Sie ist bis heute die einzige legale Privatarmee Europas, welche aber nur eine rein zeremonielle Leibgarde ist. Die Räumlichkeiten in der Burg sind einzigartig und geben einen grandiosen Blick auf die Geschichte und Lebensart der Schotten in den vergangenen Jahrhunderten.

Gegen Abend ging es über das karge Bergland der Grampian Mountains in den Raum Aviemore. Die Grampian Mountains sind einer der Hauptgebirgszüge Schottlands im Norden des Landes und nehmen fast die Hälfte der Landfläche Schottlands ein. Das Gebiet ist, abgesehen von einigen Regionen wie dem Wintersportzentrum Aviemore sehr dünn besiedelt.

Die nächsten 3 Nächte blieben wir im Macdonald Aviemore Resort. Hier hatten wir im Gegensatz zum Hotel in Glasgow sehr große und komfortable Zimmer. Das Hotel ist Teil eines großen Komplexes mit mehreren Hotels und einem gemeinsamen Speisesaal. Abendessen ausreichend und gut – Frühstück etwas langweilig. Dafür hatten wir österreichische Bedienung.

Tag 5 – LOCH MAREE – INVEREWE GARDENS – CORRIESHALLOCH SCHLUCHT – ULLAPOOL

An diesem Tag erwartete uns bei der Erkundung eines besonders beeindruckenden Abschnitts der Nordwestküste ein absoluter landschaftlicher Höhepunkt dieser Reise. Schon auf der Fahrt zur Küste waren wir von der Szenerie begeistert. Entlang der herrlichen Loch Maree, Loch Bad An Sgalaig, Loch Gairloch und Loch Tollaidh erreichten wir Poolewe, wo wir die Inverewe Gardens besuchten. Hier wurde das Land in ein botanisches Meisterwerk verwandelt. Begünstigt durch das milde Klima des Golfstromes gedeihen eine große Anzahl exotischer und subtropischer Pflanzen.

Nach einem ausgiebigen Spaziergang in den Gärten fuhren wir entlang der Guinard Bucht durch einsame Moorlandschaft bis  zur gewaltigen Corrieshalloch Schlucht. Sie ist insgesamt 1,5km lang, 60m tief und wurde vom abfließenden Gletscherwasser in den Fels gegraben. Der 45m hohe Wasserfall „Falls of Measach“ kann sowohl von einer Hängebrücke als auch von einer Aussichtsplattform besichtigt werden. Obwohl es hier ziemlich geregnet hat, sind wir tapfer den Rundweg gegangen. Schlimmer als der Regen waren jedoch die fiesen Midges.

Zum Tagesabschluss fuhren wir am Loch Broom entlang in das reizvolle Hafenstädtchen Ullapool. Eine adrette Reihe weiß getünchter, zweistöckiger Cottages bildet den fotogenen Hintergrund des Fischerdorfes. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges hielt sich hier der Maler und Graphiker Oskar Kokoschka mit seiner Ehefrau Olda für mehrere Sommermonate auf. Nach kurzem Aufenthalt und einem landestypischen Cider der Marke Strongbow erfolgte die Rückfahrt am Loch Glascarnoch vorbei zum Hotel.

Süßwasserseen / Salzwasserseen:

Grundsätzlich werden in Schottland alle nicht fließenden Gewässer „Loch“ genannt, sowohl für natürliche Binnenseen und Stauseen als auch für viele Meeresarme und Meeresbuchten. Nicht als Loch bezeichnet werden viele der tief ins Festland eingeschnittenen langgezogenen Mündungstrichter von Flüssen, wie etwa der Firth of Forth. Kleinere Seen werden auch als Lochan bezeichnet.

Tag 6 – URQUHART CASTLE – LOCH NESS – INVERNESS – CAWDOR CASTLE – WHISKY TRAIL

Erstes Ziel war die auf einer Landzunge am Westufer des Loch Ness liegende Ruine des Urquhart Castle. Die Burg wurde ca. 1230 erbaut, war einst eine der größten und ältesten Burgen Schottlands und wurde in den folgenden Jahrhunderten immer wieder erobert, zerstört, wieder aufgebaut und wieder zerstört. Die Festung war strategisch so wertvoll, dass sie am Ende keine Feindesmacht zerstörte – sondern die eigene Besatzung. Viel ist nicht mehr übrig. Dennoch lassen die Ruinen sehr gut erahnen, welch prachtvolle Burg die Urquhart Castle einst war. Leider hatten wir nicht die Zeit Urquhart Castle zu besichtigen und so konnten wir nur vom Parkplatz aus die Ruine fotografieren.

Später erkundeten wir den vermutlich berühmtesten See der Welt: Loch Ness. Leider gelang uns kein Schnappschuss seines weltbekannten Bewohners Nessie. Zusammen mit Bigfoot und Yeti ist die Seeschlange wahrscheinlich eines der bekanntesten unerforschten Tiere. Das Zentrum des Nessie-Tourismus ist der kleine Ort Drumnadrochit. Durch das angeblich vorhandene Ungeheuer ist Loch Ness der bekannteste aller schottischen Seen. Google hat schon 2005 vergeblich mit Kameras den See nach dem berühmten Seeungeheuer abgesucht. Jetzt ist ein Roboter der Kongsberg Maritime hinabgetaucht, um nach einer Höhle zu suchen. Entdeckt hat er in 230 Metern Tiefe allerdings kein Versteck, sondern ein „Nessie“-Film-Double aus den 1960er Jahren.

Anschließend haben wir Inverness, der Hauptstadt der „Highland Region“, einen Besuch abgestattet. Sie ist die nördlichste Stadt Großbritanniens und Tor in den Norden Schottlands. Wie der Name schon sagt, liegt sie an der Mündung (Inver) des Flusses Ness in den Moray Firth. Auf der Burg von Inverness regierte einst Macbeth. Am Ufer des Ness befindet sich die Inverness St. Andrew’s Cathredral. Es war die erste neue Kathedrale, die nach der Reformation im gotischen Stil gebaut wurde.

Nur wenige Kilometer nordöstlich von Inverness liegt Cawdor Castle, Schottlands einzige Burg mit funktionierender Zugbrücke und Wohnsitz des Campell Clans. Dieses Bilderbuchschloss mit schönem Garten hat eine enge Verbindung mit der Tragödie Macbeth von William Shakespeare. Es war der Handlungsort um die Tragödie und den Tod Duncans. Umgeben ist die dunkle Festung von drei bunten Gärten. Ein ummauerter Garten mit Blumen, Kräutern und einem Labyrint, ein wunderschöner Blumengarten und schließlich der “wilde” Garten.

Am Nachmittag begaben wir uns auf den „Whisky Trail“ in die „Speyside“. In den grünen Tälern um den River Spey gedeihen die Zutaten für feinsten schottischen Malt-Whisky derart gut, dass rund die Hälfte aller namhaften schottischen Whiskys hier destilliert wird. Bei einer sehr interessanten Besichtigung der Destillerie Glenlivet, die älteste „legale“ Brennerei Schottlands, hatten wir die Möglichkeit das Edelgetränk zu verkosten. Vor schon fast unendlich vielen Jahren habe ich schon einmal die „älteste“ Destillerie besucht. Nur hieß die Glenturret und nimmt für sich in Anspruch, die älteste noch produzierende Destillerie Schottlands zu sein. Wie auch immer, der Whisky war bei beiden gut.

Tag 7 – ISLE OF SKYE – EILEAN DONAN CASTLE – OLD MAN OF STORR – KILT ROCK – GLENFINNAN MONUMENT – FORT WILLIAM

Der Tag wurde durch einen Ausflug zur Isle of Skye bestimmt. Auf der quer durch die Highlands in Richtung der Insel Skye nahmen wir noch traumhafte Eindrücke mit. Der zwischen Loch Ness und Loch Duich liegende Süßwassersee Loch Cluanie ist zwar ein künstlich angelegter Stausee zur Stromerzeugung, aber nicht minder schön in der Landschaft eingebettet. Entlang des Nordufers des Sees fuhren wir weiter durch das wunderschön grüne Hügelland in Richtung Westküste Schottlands.

Kurz bevor wir bei Kyle über die Skye Road Bridge auf die größte Insel der Inneren Hebriden übersetzten, konnten wir noch das auf einer kleinen Landzunge in der Meeresbucht Loch Duich liegende Eilean Donan Castle besichtigen. Einst war die Burg nur bei Ebbe zu erreichen. Erst viel später wurde eine steinerne Fußgängerbrücke gebaut. Diese Brücke und das düstere Gemäuer dahinter hat Eilean Donan berühmt gemacht, denn sie diente immer wieder als Filmkulisse. Unter anderem für Filme wie z.B. „Highlander“, „Braveheart“, „Rob Roy“ und „James Bond – Die Welt ist nicht genug“.

Auf der Insel selbst: Viele Kilometer im Bus und wenig Zeit für Besichtigungen. So ging es schnell durch den Hauptort Portree und an den Seen Loch Fada und Loch Leathan vorbei zu den Felsformationen Old man of Storr, einer 50 m hohen Felsnadel. Leider fuhren wir nur schnell vorbei und konnten keine Fotos machen. Einige Kilometer nördlich durften wir eine beeindruckende Klippenformation besichtigen. Angeblich sollte es das Naturschauspiel Kilt Rock sein. Den Namen hat er von seiner an einen Kilt erinnernde Struktur. Wie sich jedoch zeigte, waren wir noch einige Kilometer vom echten „Kilt Rock“ entfernt. 10 Minuten Pause für ein paar schnelle Fotos von der Klippenformation und vom Old man of Storr (wofür hat man denn ein riesiges Zoom-Objektiv) und schon ging es schnell zurück. Wir mussten ja pünktlich bei der Fähre von Armadale nach Mallaig sein.

Auf halben Weg von Mallaig nach Fort William, wo unser nächstes Hotel wartete, haben wir noch das Glenfinnan Monument besichtigt. Dieses Denkmal markiert jene Stelle, an der 1745 die Standarte von Prinz Charles Edward Stuart gehisst wurde und somit die zweite Jakobiterrevolte begann.

In Fort William angelangt bezogen wir die Zimmer des Cruachan Hotel. Schaut aus wie ein Spukhaus – und macht auch solche Geräusche. Nein, es waren nur die Zimmernachbarn.

Tag 8 – FORT WILLIAM – STALKER CASTLE – OBAN – KILCHURN CASTLE – INVERARAY CASTLE – GLASGOW – WIEN

Gleich nach dem Frühstück konnten wir die Schleusenanlage Neptune’s Staircase des Caledonian Canal ausgiebig besichtigen. Wir hatten Glück und sahen trotz englischen Nebels das Durchfahren der Schleusenanlage inklusive dem Ausschwenken der Straßen- und Eisenbahnbrücke in allen Einzelheiten. Ihre acht Schleusensegmente hintereinander sind Teil des 97 km langen, 1822 eröffneten Kaledonischen Kanals und überbrücken 20 m Höhenunterschied. Der gesamte Kanal verbindet die Ost- und Westküste Schottlands.

Die Straße zwischen Mallaig und Fort Williams wird auch Road to the Isles genannt. Weitgehend parallel zur Staße verläuft Trasse der West Highland Railway, auf der im Sommer der dampfbetriebene Touristikzug „The Jacobite“ verkehrt. Bei einem kurzen Aufenthalt an der Fort William Rail Station hatten wir die Gelegenheit den sogenannten Hogwarts Express zu sehen. In den Filmen der Fantasy-Romanreihe Harry Potter hat er die Schüler von London (Bahnhof King’s Cross – Gleis neundreiviertel) nach Hogwarts und zurück gebracht. Wir fuhren aber nicht mit dem Zug weiter, sondern mit unserem Bus.

Die Busfahrt ging immer entlang des Loch Linnhe bis zum Castle Stalker, dem Tower House der Stewards. Es steht auf einer kleinen Felseninsel und ist nur mit dem Boot oder bei Ebbe zu Fuß zu erreichen. Die Burg ist einfach in rechteckiger Form konstruiert, im Erdgeschoss befinden sich Kerkerräume. Die erste und zweite Etage beherbergen 2 große Räume, wobei die Treppe direkt in die erste Etage führt. Die Eingänge wurden früher mittels Pechnasen verteidigt, heute werden sich ungebetene Gäste mit einem einfachen „no“ begnügen müssen. Besonders bekannt ist Castle Stalker als Gralsburg „Schloss von Aaaaaaaargh“ in der Schlussszene des Kinofilms „Die Ritter der Kokosnuß“ der englischen Komikertruppe Monty Python. Auch im Film „Highlander III – Die Legende“ ist sie zu sehen.

Ein Stückchen weiter machten wir in der Hafenstadt Oban Mittagsrast. Der Ort liegt in einer Bucht des Firth of Lorn, der die Insel Kerrera vorgelagert ist, so dass Oban sich durch eine sehr geschützte Lage auszeichnet. Oban ist das Tor zu den westlichen Inseln, beheimatet eine der ältesten Destillerien und hat ein ganz besonderes Wahrzeichen im Stil der Antike. Der ortsansässige Bankier John Stuart McCaig ließ 1897 oberhalb der Stadt den McCaig’s Tower als Nachbau des Kolosseums in Rom errichten.

Am Nachmittag hatten wir auf der Fahrt Richtung Glasgow noch die Möglichkeit zwei Schlösser von aussen zu besichtigen. Die gut erhaltenen Ruinen des Kilchurn Castle, am nordöstlichsten Ende des 39km langen Stausees Loch Awe gelegen, war die nächste Station. 1760 wurde Kilchurn Castle durch Blitzeinschlag schwer beschädigt und vollständig aufgegeben. In der Nacht des 28. Dezember 1879 fiel während des Sturms, der auch die Eisenbahnbrücke über den Firth of Tay zum Einsturz gebracht hatte, der verbliebene Turm der Schlossruine zusammen.

Das am Loch Fyne gelegene  Inveraray Castle war somit die letzte Station unserer Rundreise. Es ist der Stammsitz des Dukes of Argyll, einem Zweig des Campell-Clans, und liegt wenige Kilometer nördlich der Ortschaft Inveraray am Loch Fyne in einem zauberhaften Park. Als das Obergeschoss des Schlosses 1975 abbrannte, erbrachte eine Spendensammlung von Clanangehörigen aus der ganzen Welt die nötigen Millionen für den Wiederaufbau. Die Familie Campell bewohnt die eine Seite des Schlosses. Die andere Seite ist den Besuchern freigegeben.

So, mehr Zeit hatten wir leider nicht. Wollten wir ja pünktlich die fly-niki-Fliege nach Wien erreichen.

FAZIT

Die Reise war auf jeden Fall ihr Geld wert. Wir haben sehr viel von Schottland gesehen. Zwar war es manchmal schon etwas stressig, aber die Sehenswürdigkeiten haben das wieder aufgewogen. Überraschenderweise waren immer alle Reiseteilnehmer pünktlich und so konnten wir das eine oder andere zusätzliche Ziel auf der Route aufnehmen. Der einzige wirkliche Kritikpunkt betrifft die Fahrt auf die Isle of Skye. Zu viele leere Kilometer. Vielleicht wäre es besser auf Skye zu verzichten und dafür mehr in den Osten von Schottland zu fahren (z.B.: Dundee, St. Andrews, Aberdeen). Aber was soll’s.

UNS HAT SCHOTTLAND BEGEISTERT

daher noch ein letzter Blick auf die malerischen Highlands

Letzter Blick auf die malerischen Highlands
Letzter Blick auf die malerischen Highlands

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