ROM (11/2009)

ROM (11/2009)

Rom – Sehen und sterben

. . . oder wie es Goethe beschreibt: „Zu dieser Höhe, diesem Glück der Empfindung bin ich später nicht wieder gekommen.“

Lange hat es gedauert, aber im November 2009 war es dann soweit. 4 Tage in der ewigen Stadt ROM. Das ist nicht lange – aber die wichtigsten Sehenswürdigkeiten haben wir gesehen. Gewohnt haben wir in einem kleinen 3-Sterne-Hotel in der Nähe vom Bahnhof „Stazione Termini“. Dadurch hatten wir eine gute Anbindung vom bzw. zum Flughafen „Leonardo da Vinci (Fiumicino)“. Mit der Nonstop-Zugverbindung „Leonardo Express“ braucht man dafür nur 35 min. Auch zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten hatten wir nicht weit.

PIAZZA DEL POPOLO • SPANISCHE TREPPE • ENGELSBURG • VATIKANSTADT • FONTANA DI TREVI • PIAZZA DEL QUIRINALE • PANTHEON • PIAZZA NAVONA • BASILICA DI SANTA MARIA MAGGIORE • PIAZZA VENEZIA • CAMPO DE FIORI • PIAZZA DEL CAMPIDOGLIO • TIBERINSEL • FORUM ROMANUM • COLOSEUM • SANTA MARIA IN COSMEDIN • SANTA CECILIA IN TRASTEVERE • CESTIUSPYRAMIDE

In der nachstehenden Landkarte habe ich die meisten von uns besuchten Sehenswürdigkeiten vermerkt. Die Reihenfolge ist frei gewählt (einfach von oben nach unten) und stellt keine Wertung dar.

rom

01 PIAZZA DEL POPOLO

Die Piazza del Popolo (Platz des Volkes) ist einer der berühmtesten Plätze in Rom. Der Platz war schon in der Antike der nördliche Zugang zur Stadt. Von hier gehen strahlenförmig die Via Ripetta, die Via del Corso und die Via Babuino, drei wichtige Hauptstraßen, ab. Am Schnittpunkt der drei Straßen stehen die barocken Zwillingskirchen Santa Maria di Montesanto und Santa Maria dei Miracoli. In der Mitte der Piazza steht der Obelisk Flaminio. Er ist der zweitälteste und zweitgrößte ägyptische Obelisk in Rom. Im Norden begrenzt die Porta del Popolo den Platz. Über einen Treppenweg erreicht man die berühmte Aussichtsterrasse auf dem Monte Pincio.

02 SPANISCHE TREPPE

Der Name der Spanischen Treppe (Scalinata della Trinita dei Monti) stammt von dem unterhalb gelegenen  Platz Piazza di Spangna, der wiederum den Namen von der hier gelegenen Spanischen Botschaft hat. Die Piazza di Spangna ist das Zentrum des römischen Modeviertels. Doch zurück zur Spanischen Treppe: Sie ist wohl eine der bekanntesten Freitreppen der Welt. Sie gilt auch als beliebter Treffpunkt für junge Römer und Touristen. Der Obelisk, die Türme der Kirche Santissima Trinita dei Monti und die Doppeltreppenanlage bilden das wohl am häufigsten fotografierte Ensemble Roms. Am Fuße der Treppe befindet sich die Brunnenanlage Fontana della Barcaccia. Angeblich wurde ein Kahn während einer Tiberüberschwemmung an den Weihnachtstagen des Jahres 1598 hierher getragen und blieb beim Zurückweichen der Flut liegen.

03 ENGELSBURG

Die Engelsburg (Castel Sant Angelo) war ursprünglich ein Mausoleum, das Kaiser Hadrian für sich errichten ließ. Den Namen erhielt die Burganlage als Papst Gregor während einer Pestepidemie auf der Spitze der Burg ein Engel erschien und das Ende der Seuche ankündigte. Ab diesem Zeitpunkt diente die Engelsburg als päpstliche Festung, als Kaserne und Gefängnis. Der 1227 errichtete Passetto diente als Fluchtweg der Päpste vom Vatikan in die Engelsburg. Der Gang befindet sich im Inneren einer 800 m langen Mauer. Heute beherbergt die Engelsburg das Museo Nazionale di Castel Sant Angelo. Die Engelsbrücke (Ponte Sant Angelo), die schönste Tiberbrücke Roms, verdankt ihren Namen zum einen weil sie direkt zur Engelsburg führt, zum anderen weil eine Reihe von Engelsstatuen auf ihr aufgestellt sind.

04 VATIKANSTADT

Die Vatikanstadt (Citta del Vaticano) ist seit 1929 ein unabhängiger Staat. Zum päpstlichen Territorium gehören Peterskirche und -platz, Vatikanpalast und Vatikanische Gärten. Staats- und Kirchenoberhaupt ist der auf Lebenszeit gewählte Papst. Bereits im 4. Jh. wurde über dem vermuteten Grab des Apostels Petrus eine erste Kirche errichtet. Die heutige Peterskirche (Basilica di San Pietro) entstand ab 1506. Das Kircheninnere ist prachtvoll ausgestattet und beherbergt u.a. prächtige Papst-Grabmäler. Unbedingt zu besuchen ist die Kuppel mit 42 m Durchmesser. Eine atemberaubende Aussicht wartet in der 128 m hohen Kuppellaterne. Der Petersplatz wird von 17 m breiten, aus vier Reihen dorischer Säulen und Pfeiler gebildeten Kolonnaden umarmt.

05 TREVI BRUNNEN

Trevi-Brunnen (Fontana di Trevi) ist mit 26 m Höhe und 50 m Breite der gößte Brunnen Roms und wohl der bekannteste Brunnen der Welt. Er besteht aus einer Palastfassade, der ein Triumphbogen vorgesetzt ist. Davor tummeln sich Meeresgestalten auf einer Felslandschaft, über die sich das Wasser in ein großes, flaches Becken ergießt. Ein Volksglaube sagt, dass es Glück bringe, Münzen mit der linken Hand über die rechte Schulter in den Brunnen zu werfen. Eine Münze führe zu einer sicheren Rückkehr nach Rom, zwei Münzen dazu, dass der Werfende sich in einen Römer oder eine Römerin verliebe, drei Münzen würden zu einer Heirat mit der entsprechenden Person führen. Die Münzen werden regelmäßig aus dem Wasser gefischt, die Einnahmen werden auf etwa 600.000 Euro im Jahr geschätzt. Sie werden an die Caritas gespendet. In Fellinis La Dolce Vita (Das süße Leben) aus dem Jahr 1960 nimmt Anita Ekberg zusammen mit Marcello Mastroianni ein nächtliches Bad im Brunnen. Dieses ist eine der bekanntesten Szenen der Filmgeschichte, die nicht unwesentlich zur Beliebtheit des Brunnens bei Touristen beigetragen hat.

06 PIAZZA DEL QUIRINALE

Dieser große Platz wird von mehreren Gebäuden umrahmt. Auf der einen Seite der Quirinalspalast, er diente früher als Sommerresidenz der Päpste und später als Sitz der italienischen Könige. Nach Abschaffung der Monarchie übernahm 1946 die Republik den Palast als Dienstsitz des Staatspräsidenten. Daneben befindet sich der Palazzo della Consulta, in dem das italienische Verfassungsgericht ihren Sitz hat. Vor dem Palast befindet sich der Dioskurenbrunnen mit dem Obelisk Quirinale.

07 PANTHEON

Das Pantheon wurde vom Kaiser Hadrian als Tempel für alle Götter errichtet. Daher auch sein Name aus dem griechischen pan (alle) und théos (Götter). Um 608 wurde es in eine Marienkirche umgeweiht. Die imposanten Kuppel mit einem Durchmesser von 43,3 m galt über 1700 Jahre als größte der Welt. Ab der Renaissance wurde das Pantheon als Grabkirche verwendet. Der Künstler Rafael (er ließ sich in einem antiken römischen Sarkophag bestatten) ruht hier genauso wie die beiden ersten italienischen Könige Viktor Emanuel II. und Umberto I.

08 PIAZZA NAVONA

Die Piazza Navona ist einer der charakteristischen Plätze des barocken Rom im Stadtviertel Parione. Mit ihrer ungewöhnlichen Form erinnert sie an das antike Stadion des Domitian, über dem sie erbaut wurde. Dominiert wird die Piazza von drei Brunnenanlagen. Am südlichen Ende der Mohrenbrunnen (Fontana del Moro), am nördlichen Ende der Neptunbrunnen (Fontana del Nettuno) und in der Platzmitte der Vierströmebrunnen (Fontana dei Quattro Fiumi). Dieser symbolisiert mit den Figuren von Donau, Ganges, Nil und Rio de la Plata die damals bekannten vier Erdteile. Gegenüber vom Vierströmebrunnen steht die Kirche Sant Agnese in Agone.

09 BASILICA DI SANTA MARIA MAGGIORE

Die Basilica di Santa Maria Maggiore ist eine der vier Patriarchalbasiliken Roms und eine der sieben Pilgerkirchen. Als Patriarchalbasiliken werden die ranghöchsten römisch-katholischen Gotteshäuser bezeichnet. Unter den Pilgerkirchen versteht man diejenigen Kirchen der Stadt Rom, deren Besuch von einem frühchristlichen Pilgerreisenden erwartet wurde. In der Basilica di Santa Maria Maggiore befinden sich sechs Papst-Grabmäler (Honorius III., Nikolaus IV., Pius V., Sixtus V., Paul V. und Clemens IX.). In der Confessio unterhalb des Papstaltars befinden sich Reste einer Krippe, die Teile der Krippe von Bethlehem sein sollen. Davor befindet sich eine Statue des Papstes Pius IX.. In der Krypta sind mehrere Mitglieder der Familie Borghese beigesetzt.

10 PIAZZA VENEZIA

Die Piazza Venezia ist Roms wichtigster Verkehrsknotenpunkt. Bis 2006 wurde der Verkehr noch von einem Verkehrspolizisten auf einem Klotz geregelt, der Inspiration für zahlreiche Szenen in Filmen und Werbespots war. Über dem Platz thront das Denkmal Monumento Nationale e Vittorio Emamuele II mit dem Grabmal des Unbekannten Soldaten. Der Volksmund bezeichnet das oft ungeliebte Monument wegen seiner Form auch als Schreibmaschine. Unmittelbar neben der Piazza Venezia liegt das Trajansforum mit der Kirche Santissimo Nome di Maria al Foro Traiano und der 39,83 m hohen Trajanssäule. Die ursprüngliche Statue Trajans ging im Laufe der Zeit verloren und wurde durch die des Apostels Petrus ersetzt.

11 CAMPO DE‘ FIORI

Auf dem Campo de‘ Fiori (Blumenfeld oder Blumenplatz) findet täglich einer der beliebtesten Märkte Roms statt. Ursprünglich nur als Blumenmarkt bekannt, werden heute neben den Blumen vor allem frische Lebensmittel von Bauern angeboten. Da sich in den letzten Jahren zahlreiche Weinlokale, Pubs und Kneipen angesiedelt haben, ist der Campo heute ein allabendlich stark frequentierter Treffpunkt. In der Mitte des Platzes steht die Statue des Philosophen Giordano Bruno, der dort als Ketzer verbrannt wurde.

12 PIAZZA DEL CAMPIDOGLIO

Michelangelos berühmte Treppenanlage, die Cordonata, führt auf die Piazza del Campidoglio, den Kapitolsplatz. In der Mitte des Platzes befindet sich das Reiterstandbild des Kaisers Mark Aurel. Umschlossen wird der Platz von drei Gebäuden. Der Senatorenpalast, in dem Roms Bürgermeister residiert, der Palazzo Nuovo und der Konservatorenpalast, in denen die Kapitolinischen Museen beheimatet sind. Am Fuße der Cordonata befindet sich auch die aus 124 Stufen bestehende, steile Freitreppe zum Gotteshaus Santa Maria in Aracoeli. Sie gilt als Kirche des römischen Volks, deren wichtigstes Stück das wundertätige Santo Bambino (Heiliges Kind) ist. Hierbei handelt es sich um eine aus Olivenholz geschnitzte Figur des Christuskindes, die von einem Franziskanermönch aus einem Baum aus dem Garten Gethsemane gefertigt wurde.

13 TIBERINSEL

Wie der Name schon sagt handelt es sich hier um eine kleine Insel im Fluß Tiber. Einer Sage nach soll sie entstanden sein, als das römische Volk den König Tarquinius Superbus vertrieb und dabei die vom Marsfeld geplünderten Kornähren, die dem König gehörten, in den Tiber warf. Sie ist über zwei Brücken, der Pons Fabricius und der Pons Cestius, mit dem Festland verbunden. Tatsächlich war die Tiberinsel von zentraler Bedeutung für die Stadt Rom, da sie die Überquerung des Flusses erleichterte. Dies machte diese Insel zu einem strategisch wichtigen Punkt, der wohl einer der wichtigsten Faktoren für die Entstehung von Rom war. Heute befinden sich auf der Insel die Basilika San Bartolomeo all’Isola und ein vom Orden der Barmherzigen Brüder geführtes Krankenhaus (Ospedale Fatebenefratelli).

14 FORUM ROMANUM

Da es zum Forum Romanum vieles zu berichten gäbe und das an anderer Stelle im Internet nachzulesen ist, möchte ich an dieser Stelle nur erklären, was es mit einem Forum grundsätzlich auf sich hat. Nahezu in jeder römischen Stadt gab es einen Platz als Zentrum des politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und religiösen Lebens, einem sogenannten Forum. Das Forum Romanum gilt als der älteste derartiger Plätze, liegt in der Senke zwischen den drei Stadthügeln Kapitol, Palatin und Esquilin und war der Ort vieler öffentlicher Gebäude und Denkmäler. Ursprünglich eine Begräbnisstätte, wurde es in der Kaiserzeit mit verschiedenen Tempeln und Triumphbögen besonders prachtvoll ausgestattet.

15 COLOSEUM

Im Coloseum dem größten, der im antiken Rom erbauten Amphitheater, fanden 50.000 Menschen Platz. Es war der Veranstaltungsort von in aller Regel höchst grausamen Spielen, die von Mitgliedern des Kaiserhauses ausgerichtet wurden und zu denen jeder freie Bewohner Roms kostenlos Zutritt hatte. Nebenan steht der dreitorige Konstantinbogen, der zu Ehren des Kaisers Konstantin in Erinnerung  an dessen Sieg über seinen Widersacher Maxentius errichtet wurde. Man glaubt es ja nicht, auch heute sind die Gladiatoren noch unterwegs.

16 SANTA MARIA IN COSMEDIN

Als Favorit aller Rombesucher ist der Mund der Wahrheit (Bocca della Verita) in der Vorhalle der Kirche Santa Maria in Cosmedin. Die Legende besagt, dass Lügnern, die ihre Hand in den Mund stecken, diese abgebissen wird. Die ursprüngliche Verwendung ist nicht mit letzter Sicherheit zu klären. Am häufigsten wird die These vertreten, dass es sich bei dem Relief um eine Art Kanal- oder Brunnendeckel der Cloaca Maxima (Abwasserkanal) handelte. Auf dem nahe gelegenem antiken Rindermarkt Forum Boarium erhebt sich der runde Tempel des Herkules und der Janusbogen, früher eine überdachte Strassenkreuzung.

17 SANTA CECILIA IN TRASTEVERE

Santa Cecilia in Trastevere ist eine der beliebtesten Kirchen Roms. Sie ist der heiligen Cäcilia geweiht. Die Schutzheilige der Musik starb an der Stelle dieser Kirche den Märtyrertod. Nachdem ihre Peiniger es vergeblich versucht hatten, sie durch Verbrühen zu töten, wurde die Heilige enthauptet. Die wunderschönen Apsismosaiken stammen aus dem 9. Jh. Das malerische Viertel Trastevere mit seinen mittelalterlich verwinkelten Straßen hat sich seinen volkstümlichen Charme bewahrt. Am Abend verwandelt sich Trastevere mit seinen zahlreichen Lokalen in ein beliebtes Flanierviertel.

18 CESTIUSPYRAMIDE

An der Piazzale Ostiense befindet sich die Cestiuspyramide und die Porta San Paolo. 12 v.Chr. ließ  sich der römische Beamte Caius Cestius das Grabmal im Stil der alten Ägypter errichten. Bestattungen waren bis ins 5. Jahrhundert innerhalb der Stadt verboten. Grabmäler wurden deshalb üblicherweise an den Ausfallstraßen errichtet. Im Torbogen der Porta San Paolo befindet sich das Museo della Via Ostiense. An der Porta soll der heilige Paulus seinen Gang zur Hinrichtungsstätte angetreten haben.

FAZIT

ROM sehen und sterben. Damit können wir eher nichts anfangen. Die Stadt ist schon schön, aber für uns ist sie sicher nicht ganz weit oben auf der Liste der schönsten Städte und Länder zu finden.

Vielleicht hätten wir auch Münzen in den Trevi-Brunnen werfen sollen. Wir verabschieden uns mit:

Ave, Caesar, morituri te salutant („Heil dir, Caesar, die Todgeweihten grüßen dich!“)

Gladiatoren

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