PORTUGAL (05/2015)

PORTUGAL (05/2015)

Portugal – ein Land der Sonne, des Meeres und der Gastfreundschaft

Portugal, am südwestlichen Zipfel Europas gelegen, ist eines der ältesten Länder auf dem Kontinent und weist eine Fülle von Traditionen sowie eine stolze Seefahrtsgeschichte auf. Trotz seiner kleinen Größe ist dieses Land mit einer Vielfalt von Landschaften gesegnet – von grünen Bergen und goldenen Ebenen bis hin zu wunderschönen Flusstälern und Kilometern von sonnigen Stränden.

Obwohl das Land nicht wirklich groß ist – ein wenig größer als Österreich – war es in der Vergangenheit eine Seefahrergroßmacht und spielte eine wesentliche Rolle im Zeitalter der Entdeckungen. Das wiederum war Grund genug für uns, dieses Land auch zu entdecken. Wir haben jedoch Portugal nur nördlich von Lissabon erobert. Dafür aber gleich mit einem Abstecher nach Santiago de Compostela in Spanien. Den südlichen Teil werden wir wohl ein anderes Mal machen müssen.

GUIMARAES • BRAGA • SANTIAGO DE COMPOSTELA • VILA REAL • DOUROTAL • PESO DE REGUA • VISEU • COIMBRA • BATALHA • LISSABON • CABO DA ROCA • OBIDOS • NAZARE• FATIMA • AVEIRO • PORTO

Reiseverlauf

Tag 1 / PORTO – GUIMARAES – BRAGA

Ein Nonstop-Sonderflug von Österreich brachte uns nach Porto, von wo aus wir nach der Ankunft sofort in das ca. 50 km entfernt gelegene Guimaraes weiterfuhren. Das verträumte Universitätsstädtchen ist wenig bekannt – dabei spielte der Ort in der Geschichte Portugals eine wichtige Rolle, gilt er doch als die „Wiege der Nation“. Und zwar soll hier Alfons I., der erste König Portugals, geboren sein. Wir genossen den Rundgang durch die sorgsam gepflegte Altstadt, die zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt. Beginnend beim Castelo São Miguel, besichtigten wir u.a. die quadratische manuelinisch-gotische Säulenhalle Alpendre auf dem Largo da Oliveira und auch den Largo do Brasil. Den sind wir rauf und runter gewandert. An seinem südöstlichen Ende steht die barocke Igreja dos Santos Passos.

Nach kurzer Fahrt erreichten wir Braga. Oder besser gesagt die Wallfahrtskirche Bom Jesus do Monte auf den nahegelegenen, 564 m hohen Monte Espinho. Eine berühmte barocke Treppe (Via Sacra mit 600 Stufen und 14 Stationskapellen) verläuft im Zickzack nach oben zur Kirche und weist auf dem Weg bezaubernde Brunnen und Statuen auf. Wir spazierten die Treppe von oben nach unten und fuhren dann mit dem Elevador do Bom Jesus wieder nach oben. Eindeutig einfacher als umgekehrt. Diese Standseilbahn aus dem Jahre 1882 ist die älteste funktionstüchtige Wasserballastbahn (ohne Antriebsmaschine, es wird nur die Schwerkraft als Antriebskraft genutzt) der Welt. Oben angekommen haben wir noch die Parkanlage inklusive kleinem See besichtigt. Gleich neben der Wallfahrtskirche lag unser Hotel für diese Nacht: Hotel do Bom Jesus do Templo

Tag 2 / BRAGA – SANTIAGO DE COMPOSTELA

Am Morgen ging es über das Grenzgebiet am Rio Minho nach Spanien. Nämlich nach Santiago de Compostela, Hauptstadt von Galicien und Wirkungsort des Apostels Jakobus des Älteren, des Schutzpatrons der Spanier, dessen Reliquien hier aufbewahrt werden. Santiago gehörte neben Rom und Jerusalem zu den bedeutendsten Pilgerzielen des christlichen Mittelalters. Dank ihres multikulturellen Erscheinungsbildes und als Eckpunkt des tausend Jahre alten Jakobsweges, wurde die Stadt von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Höhepunkt der geführten Besichtigungstour war die weltberühmte Kathedrale, welche nach dem Vorbild französischer Pilgerkirchen erbaut wurde und ein Meisterwerk romanischer Baukunst darstellt. Die Westfassade, das Apostelgrab und der reich verzierte Hochaltar aus Japsis, Silber, Gold und Edelsteinschmuck beeindrucken jeden Besucher. Vor und nach der Besichtigungstour hatten wir genug Freizeit die Stadt auf eigene Faust zu besichtigen, ehe  wir am späten Nachmittag zu unserem Hotel gebracht wurden: Gran Hotel Santiago

Tag 3 / SANTIAGO DE COMPOSTELA – VILA REAL – DOUROTAL – PESO DE REGUA- VISEU

Frühmorgens fuhren wir über Ourense zurück nach Portugal. Unweit der Stadt Vila Real besichtigten wir den Palast Casa de Mateus. Der barocke Palast wurde in der 1. Hälfte des 18. Jh. von einem Adligen, dem 3. Morgado von Mateus, errichtet. Er wird von einer herrlichen Parklandschaft umgeben. Das Label des meist verkauften Weins Portugals, „Mateus Rosé“, schmückt sich mit einer Abbildung der Casa de Mateus. Allerdings stammt der Wein, den die Flaschen enthalten nicht aus dieser Gegend. Alles in allem dürfte das Anwesen eines der schönsten Portugals sein.

Anschließend ging es weiter in das Flusstal des Douro, das durch seine Weinbergterrassen, wo die weltbekannten Portweintrauben reifen, beeindruckt. Der Douro entspringt in Nordspanien, durchfließt Nordportugal und mündet in Porto in den Atlantik. Wir erreichten Peso de Regua, das als Hauptstadt des Portweins gilt. Die Region, Alto Douro genannt, wurde 1756 das weltweit erste geschützte Weinbaugebiet und zählt seit 2001 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Neben dem Portwein sind hier auch die Rotweine von Bedeutung.

Nach kurzer Rast fuhren wir ca. 14 km den Douro flußaufwärts bis zur Mündung des Flusses Tedo. Hier erfüllten sich Vincent Bouchard und seine Frau Kay Steffey den Traum vom eigenen Weingut und erwarben die Quinta do Tedo. Sie restaurierten das 250 Jahre alte Gut samt Haus und Kellerei und keltern seither Jahr für Jahr erstklassige Single Quinta Ports. Seinen Namen erhielt die Quinta do Tedo von dem Fluss Tedo, der westlich von der Quinta in den Douro mündet. Nach einer Führung durch die Kellerei konnten wir uns bei einer Verkostung von der Qualität der lokalen Weine überzeugen.

Da unsere Tagesetappe, die Stadt Viseu, noch 80 km entfernt lag, mussten wir leider die Verkostung der Portweine beenden und uns auf den Weg machen. In Viseu angekommen bezogen wir sofort im Hotel Grão Vasco unser Zimmer. Auf eigene Faust unternahmen wir vor dem Abendessen noch einen Stadtrundgang. Nicht weit vom sehr zentral gelegenen Hotel sahen wir einige der berühmten Azulejos. Darunter versteht man ein Bild aus zumeist quadratischen, bunt bemalten und glasierten Keramikfliesen. Aus dem Mittelalter ist die Kathedrale Sé de Viseu erhalten geblieben, die trotz zahlreicher An- und Umbauten noch Teile ihrer romanischen Portale behalten hat. Die Rokokofassade der gegenüber stehenden Kirche Igreja da Misericórdia mit ihrer verschwenderischen Ornamentik bildet einen Kontrapunkt zu der strengen Kathedrale.

Tag 4 / VISEU – COIMBRA – BATALHA – LISSABON

Die Reise führte Richtung Süden in die Universitätsstadt Coimbra, wo wir uns der Erkundung des Altstadtviertels widmeten. Nach einem gemeinsamen Rundgang blieb uns noch genug Freizeit um den Hügel rauf und wieder runter zu wandern, die Einkaufstrassen zu bewundern und auf der Ponte de Santa Clara, bei heftigen Gegenwind, den wundervollen Ausblick auf die Stadt und der auf dem Hügel gelegenen Universität zu genießen. Besonders lohnenswert war der Besuch der Universität, insbesondere der historischen Barock-Bibliothek (leider war hier fotografieren verboten). Mit der 1290 gegründeten Universität beheimatet die Stadt eine der ältesten Universitäten Europas, welche 2013 zum Weltkulturerbe erhoben wurde.

Unser nächstes Ziel war die Kleinstadt Batalha, wo wir die Möglichkeit hatten, das Kloster de Santa Maria da Vitoria zu besichtigen, welches zu den UNESCO Weltkulturdenkmälern gehört und ein Glanzstück gotisch-manuelinischer Architektur ist. Zum Kloster gehören mehrere Bauwerke, darunter eine Kirche von gigantischen Ausmaßen, eine Gründerkapelle (Capela do Fundador), eine unvollendete Kapelle (Capelas Imperfeitas) sowie zwei Klosterhöfe (u.a. mit dem königlichen Kreuzgang Claustro Real).

Am Abend erreichten wir Lissabon, wo wir für die kommenden zwei Nächte Quartier bezogen. Und zwar haben wir quasi unter der Brücke geschlafen. Das Hotel Vila Galé Ópera liegt nämlich direkt unter der riesigen Ponte 25 de Abril. Diese Brücke führt über den Tejo und ist die zweitlängste Hängebrücke mit kombiniertem Straßen- und Eisenbahnverkehr. Ein Eisenbahndeck mit zwei Schienensträngen, eine Autobahn mit sechs Spuren! Außerdem führt vor dem Hotel eine 6-spurige Straße vorbei. Da kann man schon von Lärmbelästigung sprechen. Wir hatte jedoch Glück. Zwar lag das Zimmer in Richtung Brücke, aber entweder fahren während der Nachtzeit wirklich deutlich weniger Züge und Autos oder wir waren so müde, dass wir den Lärm einfach ignorierten.

Tag 5 / LISSABON

Ein ganzer Tag Lissabon. Bus – zu Fuß – Standseilbahn – Bus – Straßenbahn – zu Fuß. Im Rahmen einer geführten Besichtigungstour erkundeten wir die portugisische Hauptstadt, die schon allein wegen ihrer Lage als eine der schönsten Städte Europas gilt. Die verschiedenen Viertel wie die Altstadt Alfama, die Unterstadt Baixa und die Oberstadt Bairro Alto haben jeweils ihre eigenen charalterischen Züge. Natürlich wurde auch dem bekannten Stadtteil Belem entsprechend Zeit gewidmet und zwar vor allem dem Torre de Belém, dem Seefahrer-Denkmal Padrão dos Descobrimentos und dem Besuch des Hieronymusklosters. Seit 1984 ist das Kloster UNESCO Weltkulturerbe. Hier ruhen die Könige unter denen Portugal seinen Höhepunkt an internationaler Bedeutung erreichte, sowie z. B. auch der bedeutende Seefahrer Vasco da Gama.

Vieles haben wir gesehen und noch viel mehr haben wir nicht gesehen. Wie es halt so ist: ein Tag für eine Großstadt. Unmöglich. Besonders in Erinnerung wird uns jedoch bleiben:

  • als wir zum Hieronymuskloster kamen, wurden wir mit militärischen Ehren empfangen. Oder waren die hübschen Reiter gar nicht wegen uns da.
  • die schöne Fahrt mit der Ascensor da Glória (einer der drei übrig gebliebenen Standseilbahnen) 
  • die weniger schöne Fahrt mit der berühmten Straßenbahn Linie 28E
  • der wunderschöne Cemitério dos Prazeres (städtische Friedhof) – einmal ganz was anderes
  • der Personenaufzug Elevador de Santa Justa – langes Warten – sehr „freundliches“ und „hilfsbereites“ Personal. Der Ausblick ist jedoch sensationell

Im Großen und Ganzen war Lissabon schon in Ordnung. Aber Porto sollte uns besser gefallen. Wir wussten es jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Tag 6 / LISSABON – CABO DA ROCA – OBIDOS – NAZARE – FATIMA

Unser erstes Ziel war das 20 km von Lissabon entfernte Cabo da Roca, der westlichste Punkt des europäischen Festlandes. Bei der Anfahrt hat man tatsächlich das Gefühl dem Ende der Welt entgegenzufahren: Natur so weit das Auge reicht. Der Leuchtturm ist das Wahrzeichen des Kaps und ein beliebtes Postkartenmotiv. Wer nicht schwindelfrei ist, sollte sich nicht zu nah an den Abgrund wagen, denn die Klippen liegen 140 Meter senkrecht über dem Meeresspiegel. Die Hänge sind über und über mit der essbaren Mittagsblume bewachsen und zwar so dramatisch, dass sie dort als Schädling angesehen wird.

Dann ging es weiter nach Obidos, das wegen seines einheitlichen Stadtbildes zum nationalen Kulturdenkmal erklärt wurde. Der Ort ist für seinen erhalten gebliebenen, vollständig von begehbaren Stadtmauern umgebenen, und von blumengeschmückten Gassen durchzogenen historischen Ortskern bekannt. Bei einem Bummel durch die blumengeschmückten Gassen mit weißen Häusern, Werkstätten und Kunstgalerien glaubt man die Zeit sei stehen geblieben. Selbstverständlich haben wir den Ort auf den Stadtmauern umrundet.

Anschließend fuhren wir an die Atlantikküste nach Nazare. Der Ort liegt an einem 2 km langen, halbmondförmigen windgeschützten Sandstrand. Die Bevölkerung lebt überwiegend vom Fischfang, der Fischverarbeitung und dem Fremdenverkehr. Oberhalb der Bucht von Nazare liegt auf einem in das Meer hinausragendem Felsplateau der Stadtteil Sitio. Hier steht die Kirche der Nossa Senhora da Nazaredas, die bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts die wichtigste Wallfahrtstätte Portugals war.

Unser Tagesziel war Fatima, ein bedeutender katholischer Wallfahrtsort, der, ähnlich wie Lourdes, auch von Kranken mit der Hoffnung auf Wunderheilung aufgesucht wird. Noch vor dem Einchecken im Hotel Santa Maria wurde uns die religiöse Bedeutung Fatimas näher gebracht. Berichtet wird, dass am 13. Mai 1917 drei Hirtenkinder auf einem freien Feld eine Erscheinung der Jungfrau Maria erfahren hätten. Diese habe ihnen befohlen, künftig an jedem 13. des Monats an diesen Ort zurückzukommen. Den drei Kindern seien während der dritten Erscheinung am 13. Juli die drei Geheimnisse von Fatima überliefert worden. Insgesamt gab es sechs Erscheinungen.

Tag 7 / FATIMA – AVEIRO – PORTO

Auf dem Weg Richtung Porto führte uns ein Abstecher in das hübsche Städtchen Aveiro. Kurz vor der Stadteinfahrt erstreckt sich schon ein bizarres Lagunengebiet mit weiß schimmernden Salinenfeldern. Durch die Stadt, die mit Spitznamen das „portugiesische Venedig” genannt wird, verläuft ein schimmernder Kanal. Bunt gemusterte Moliceiro-Boote – eigentlich Boote zum Fang und Transport von Algen, jetzt werden die Touristen damit befördert – und zahlreiche pastellfarbige Gebäude im Jugendstil prägen das Stadtbild.

Mittags trafen wir in Porto ein. Als Erstes fand die Besichtigung der Portweinkellerei Cálem – natürlich inklusive Verkostung – statt. Anschließend widmeten wir uns der Besichtigung von Porto. Hier im alten Hafen, am Cais da Ribeira, ist viel vom ursprünglichen Flair Portos zu spüren. Danach ein Spaziergang durch die Gassen der Altstadt, die sich vom prachtvoll gekachelten Bahnhof Sao Bento zum Ufer des Douro mit der berühmten Brücke Ponte Dom Luis I. hinunterziehen. Paço Episcopal / Igreja da Nossa Senhora das Carmelitas Igreja do Carmo / Igreja of Saint Ildefonso / Empresa Das Águas Do Gerês / Câmara Municipal, um nur einige der Sehenswürdigkeit Portos zu nennen. Einfach viel zuviel um auf alle hier einzugehen. Zum krönenden Abschluss des Tages genossen wir noch eine Hafenrundfahrt, ehe wir unser Nachtquartier, dem Axis Porto – Business & SPA Hotel, aufsuchten.

Tag 8 / PORTO – WIEN

Nach dem Frühstück erfolgte der Transfer zum Flughafen sowie der Rückflug nach Österreich.

FAZIT

Wie schon bei Lissabon erwähnt: Vieles haben wir gesehen und noch viel mehr haben wir nicht gesehen. Ist ja auch in der kurzen Zeit nicht möglich. Daher haben wir auch nur den Norden besichtigt. Aber das, was wir gesehen haben, hat uns so beeindruckt, dass wir sicher irgendwann noch den Süden bereisen wollen.

Und auch wenn unser Reiseleiter António Lobo Mendes aus Lissabon war und seine Heimatstadt als die Schönste bezeichnete, uns gefiel Porto besser. Daher wollen wir mit einem letzten Blick auf Porto auf Wiedersehen sagen.

03-03-07-10 Porto-Panorama am Douro-rechts die Ponte Dom Luís I
ein letzter Blick auf Porto

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